Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

das  Schwanken.  Es  läßt  sich  nicht  schnell  genug  darlegen,  wie  diese
„symptomatische“  Bedeutung  nur  damit  zu  tun  hat,  daß  in  ihrer
besonderen  Art  auch  diese  „Gesetze“  eine  offene  Tür  einrennen:  Sie
bestätigen  mittelbar  den  Gemeinplatz,  daß  im  Handeln  Alles  mit  Allem
zusammenhängt;  genau  so,  wie  rieselnde  Sandkörner  eben  nur  daraufhin ­
  einen  Kegel  ergeben,  daß  sie  in  Berührung  miteinander  bleiben.
Nun  deuten  aber  diese  „Gesetze“  auf  jenen  Allzusammenhang  im
Handeln  hin,  der  als  solcher  für  „Gesetzeserklärung“  viel  zu  gut  ist.
In  diesem  Sinne  bedeuten  jene  „Gesetze“  ihre  eigene  Verhöhnung.
Wenn  man  glaubt,  wenigstens  von  „Entwicklungsgesetzen“,  „historischen ­
  Gesetzen“  u.  dgl.  sprechen  zu  dürfen,  so  ist  dies  im  Grunde
nichts  als  ein  recht  wortseliges  Zugeständnis  an  jene  Irrung  durch
Mark  und  Bein.  Damit  nur  ja  der  unzerfällenden  Erkenntnis  der  Aufputz ­
  jenes  Wortes  „Gesetz“  nicht  entgehe  1  Einerlei  und  Einheit,  im
Sinne  jenes  Gegensatzes,  der  abermals  nicht  aus  den  Worten  zu  klügeln
ist,  sondern  aus  unserer  Sache  zu  verstehen,  das  läßt  sich  nicht  unter
einen  Hut  bringen.  Nichts  anderes  aber  versuchen  diese  ausflüchtigen
Wendungen.  Sofern  der  Ausdruck  „Gesetz“  nur  irgendwie  auf  das
Streben  nach  dem  Einerlei  gemünzt  ist,  während  der  Ausdruck  „historisch“ ­
  der  richtigen  Auffassung  Raum  geben  will,  dem  Streben  nach
der  Einheit,  dann  schielt  man  zur  gleichen  Zeit  nach  dem  Einerlei
und  nach  der  Einheit.  Ebensogut  wie  von  einem  „historischen  Gesetze“,
kann  man  von  einem  nassen  Feuer  reden.
Wer  den  unversöhnlichen  Gegensatz  verkennt,  zwischen
zerfällender  und  unzerfällender  Erkenntnis,  der  versagt  sich  natürlich
auch  den  Blick  für  alle  Vorzüge,  die  der  unzerfällenden  Erkenntnis
gerade  aus  diesem  Gegensätze  erblühen.  Der  Form  nach  setzt  die
unzerfällende  Erkenntnis  gleich  dort  ein,  wo  die  zerfällende  erst  hinstrebt ­
  !  Das  war  oben  gestreift  worden.  Schon  in  der  Form  steht  auch
das  Erfassen  der  Einheit  höher  als  jenes  bloße  Erfassen  der
Einheitlichkeit,  wie  es  mit  dem  Streben  nach  dem  Einerlei  vorliegt, ­
  auf  dem  Wege  des  vereinfachenden  „Gesetzes“.  Die  Vorzüge
liegen  aber  auch  greifbarer  da.
Wenn  irgendeine  Abfolge  der  Erscheinungen  ihrer  Verallgemeinerung ­
  standhält;  wenn  ich  also  weiß,  auf  A  folgt  immer  B:  hat
damit  meine  Erkenntnis  etwas  gewonnen?  Doch  nur  mittelbar;  nur
soweit,  als  ich  die  Erkenntnis  dem  Handeln  unterstelle,  zum
Heile  seiner  strebigen  Zusammenhänge.  Wie  eine  weitere  Zerlegung
jener  Abfolge  schließlich  auch  nicht  geradeaus  mein  Erkennen  befriedigt)
da  alle  Zerlegung  wieder  nur  vor  Abfolgen  hinführt,  deren  Eintreffe 11
mir  gar  nichts  sagt;  wie  hier  abermals  nur  das  Handeln  den  Vorteil
            
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