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,Die Herrschaft des Wortes“,
dringen vermag, im Enthüllen des mit ihm selber verwachsenen
Handelns, das hier überall dahintersteckt. Und in diesem Geiste
sind die Worte zugleich Gräber des Geschehens, Verknöcherer.
XI.
Die wortfrommen Eindrücke unseres Denkens machen wohl den
Anfang; aber erst unsere hergebrachte Logik bringt System in die
Sache! Auf den ersten Streich wird alles Nennbare über einen
Leisten geschlagen; und mehr als dies. Denn jedes beliebige Wort
gilt einfach schon als solches für einen „Begriff“, hier natürlich in
Gänsefüßchen; wobei es eben ganz gleichgültig ist, ob das Wort einen
Gegenstand des unzerfällenden oder des zerfällendeu Denkens vertritt,
oder der mathematischen oder sonst einer Erkenntnis, die sich an das
knüpft, was durch unser Denken selber gegeben ist; oder sei es über
haupt nur ein Wort, eine Einheit der Sprache, der keine Einheit un
serer Gedankenwelt entspricht, mit der nur eine Nestel des Zusammen
hanges vorliegt; oder gar nur ein Pflaster für Gedankenrisse. Einerlei,
ein „Begriff“ liegt vorl Der zweite Streich über den Leisten geht nun
in der Richtung der Behandlung dieser „Begriffe“: ihre Defi
nition. Auch in dieser Hinsicht gilt für diese Logik, die mit der
wissenschaftlichen Logik fast nichts, die nur mit den eingerosteten
Gewohnheiten unseres Denkens zu tun hat und einer entarteten
Scholastik entspricht, einer Rückbildung dieser zwar „formalen“, aber
doch vollendeten Denkweise, für diese Afterlogik gilt überall das
„Schema F“. Tritt eine Teilung ein — „Realdefinition“, „Nominal
definition“, „genetische“ usw. — so gilt dieses „F, a“, „F, b“ usw. wieder
für jedes beliebige Wort! Auf unseren Fall angewandt, müßte also
z. B. „Elefant“ aufs Haar im nämlichen Hergang definiert werden
wie „Freund“ oder „König“. Vergleichen wir etwa die beiderseitige
Lage gegenüber der „Realdefinition“, die als Schema „F, a“ vorzunehmen
wäre; für „Elefant“ ganz so wie für „Freund“. Dort bekäme man
etwas unter die Hände, was sich für eine „Erklärung“ sozusagen nur
tastend umfahren läßt; wenn man nicht sofort auf Verallgemeinerungen
zurückgreift, die gleich die ganze „organische“ Welt angehen. Hier
dagegen bekäme man mit etwas zu tun, das aus dem Handeln, und
damit zugleich aus unserem Denken geworden ist; die Wechsel
beziehung zum Empfinden eingerechnet. Als „Freund“, der hier zu
definieren wäre, ist ja einfach ein „Verhältnis zwischen Handelnden“
auf den Kopf einer beteiligten Person ausgesagt, gleichsam also ins