Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

im  Grundriß  nun  ihr  bloßer  Schattenriß!  Man  überblickt  zur  Not  das
Spiel  der  Zusammenhänge,  die  Gliederung  im  Geschehen,  und  tut  es
quer  über  den  Zeitverlauf,  im  einzelnen  auch  dem  Zeitverlauf  entlang.
Zeitverlauf,  in  der  Tat,  nicht  Zeitenlauf;  den  letzteren  Ausdruck  wird
man  besser  der  duldend  erlebten,  schicksalerfüllten  Zeit  Vorbehalten,
nicht  der  nach  ihrem  Vorbilde  gedachten  Zeit,  die  für  jene  begrifflich ­
  erfaßten  Zustände  und  Entwicklungen  allein  in  Betracht  fällt.
Vor  allem  sei  aber  betont,  daß  mit  dieser  bequemen  Reduktion  keineswegs ­
  jenes  Flechtwerk  „in  abstracto“  vorliegt,  das  mit  dem  Menschheitsleben ­
  „in  concreto“  vorliegt  und  hier  den  lebendigen  Wissensschatz
bedeutet.  Von  einer  eigentlichen  Abstraktion  ist  gar  keine  Rede.  Die
Zustände  und  Entwicklungen,  die  sich  zugleich  mit  dem  Begriffs-Systeme
  ergeben,  kraft  des  Wechselbezuges  aller  Artbegriffe  dieses
Systems,  die  sind  nicht  etwa  vom  Leben  abgenommen,  auch
nicht  über  das  Mittelglied  der  schildernden  Wissenschaft;  sie  sind  in
einer  eigentümlichen  Weise  angenommen.  Es  handelt  sich  nicht
schlechthin  um  ein  minderes  Surrogat  des  Erlebten,  gemessen  am
lebendigen  Wissensschatz,  es  handelt  sich  um  ein  Surrogat  des  Surrogates. ­
  Das  läßt  sich  am  besten  mittelbar  erläutern.

XII.
Der  Laie,  der  ein  älteres  „Lehrbuch  der  Nationalökonomie“  —
„Traite“,  „Principles“  —  vor  sich  hat,  das  eben  solcher  minderen  Reduktion ­
  um  so  sklavischer  folgt,  je  mehr  es  über  den  Leisten  gearbeitet
ist,  der  Laie  denkt  gar  nicht  anders,  als  daß  hinter  diesem  Systeme
genau  so  die  ganze  Nationalökonomie  stehe,  wie  etwa  hinter  einem
Lehrbuch  der  Zoologie  die  ganze  Zoologie  stehen  kann.  Es  mag  ja
mancherlei  hinein  verarbeitet  sein,  was  lebendiges  Wissen  bedeutet.
Im  Grundsätze  steht  hinter  dem  Systeme  nichts  anderes  als  die  Gemeine ­
  Erfahrung.  Diese  allein  reicht  aus,  den  Wechselbezug  der
Artbegriffe  übersehbar  zu  machen,  die  selber  schon  aus  ihr  erblühen.
Abermals  ist  keine  „Theorie  vor  den  Tatsachen“  geboten;  dazu  sind
diese  Lehrbücher  schon  im  allgemeinen  viel  zu  sehr  dem  Worte  verpflichtet, ­
  besonders  aber  den  patentierten  Fachausdrücken,  die  als
eigentlichste  Tradition  aus  dem  einen  Buch  ins  andere  schleichen.  Wortseligkeit ­
  und  Selbstbesinnung,  das  schließt  sich  so  ziemlich  aus!  Aber
auch  keine  „Theorie  statt  der  Tatsachen“  liegt  vor,  wie  es  bei  den
Systemen  der  Natur  zutrifft,  bis  zu  ihren  naivsten  zurück.  An  Stelle
aller  Tatsachen  ist  einfach  die  Gemeine  Erfahrung  verarbeitet;  <F e
            
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