Ausblicke, XV.
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Schmarotzerpflanzen der Jurisprudenz und Technologie; die letztere
im hier stets gemeinten Sinne, als die Wissenschaft der „Wege zum
Zweck“, mit dem Gesichtspunkte der „Unterweisung des Handelns“,
ob man nun Maschinen, oder Ländereien, oder Finanzen, oder was
immer unter den Händen hat. So erscheint also die Nationalökonomie
tatsächlich als jene gewordene Wissenschaft, mit der sich die schildernde
Wissenschaft auslebt 1 Allein, es fehlt immer noch ein Glied in dieser
überlangen Kette. Wer nämlich an jene vielerwähnte Scheidung
glaubt — ich schätze die Macht des Wortes durchaus nicht so gering
ein, um dies als unwahrscheinlich zu behandeln — der glaubt auch an
die Notwendigkeit der Unterteilung, mit der sich die National
ökonomie nur als Teil der schildernden Wissenschaft ergäbe. In jenem,
von gesündestem Instinkte getragenen Gebaren der Forschung würde
er nichts sehen als einen fortwährenden „Übergriff“. Für ihn gälte
einfach, daß man hier widerrechtlich vermischt, was im Grundsätze
getrennt bleiben muß. Deshalb bedarf es eben des Beweises, da jene
Unterteilung mit der schildernden Wissenschaft im Wesen unver
einbar ist Dieser Beweis ist ganz unabhängig von dem ganzen
Kampf gegen Vorurteile aus Worten. Er allein reicht hin, um die
Näherung zwischen Nationalökonomie und schildernder Wissenschaft
bis zur Identität zu erzielen. Wenn jene Unterteilung unzulässig ist,
dann übergreift die Nationalökonomie nicht auf fremde Felder; sie be
weist nur, daß sich in ihr die schildernde Wissenschaft erfüllt.
So mühevoll es war, ihr die Bahn zu klären, diese grundsätzliche
Erwägung selber ist höchst schlicht. Man halte sich einfach vor, daß
die schildernde Wissenschaft nur als ein Zugeständnis da ist, das
aber ausreicht und daher kein weiteres neben sich duldet. Unsere
Erkenntnis muß der Einheit der Welt des Handelns nachgehen.
Eie Unvollkommenheit unseres Denkens setzt hier aber Schranken.
So kommt es zu den Zugeständnissen. Der Historiker trachtet nach
dem Wenigen, dessen geistiger Besitz den Rest entbehrlich macht; es
*ritt die Auslese in Kraft. Der Nationalökonom sucht das Erlebte nach
Zustand und Entwicklung zu bewältigen; hier geht das Zusammen
ballen seine Wege. Mißt man am ursprünglichen Streben, dann sind
es da und dort sehr derbe Konzessionen, die erst zum Erreichbaren
führen. Wenn uns das Eine und große Gewebe auch nur ein Ding
der Vorstellung bleibt, soviel ist klar, daß es sehr zusammenschrumpft,
wie es in den Händen der Historie zur Geschichte, in den Händen der
Nationalökonomie zum Menschheitsleben wird. Dafür reichen diese
Konzessionen auch völlig aus, da wie dort. Der Auslese selber ist ja
ebensowenig wie dem Zusammenballen eine Grenze gesetzt. Diese