Full text: Wirtschaft als Leben

Vorwort. 
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Ökonom auf diese Erkenntnisgebiete Anspruch; er bedarf des Ein 
blickes auch in jene fernliegenden Zustände, wenn er den Werdegang 
des Alltagslebens aufzurollen sucht, und er allein ist den Aufgaben 
dabei auch gewachsen. Nur er besitzt schon fachlich die Schulung 
dafür, die Zusammenhänge des täglichen Lebens zu entwirren, die 
Komplexität dieser Vorkommnisse zu durchdringen, nur er wird dieser 
Art „Korrelation“ gerecht. 
Und nun handelt es sich einfach darum, ob dieser Anspruch, den 
die Nationalökonomie der „historischen Anthropologie“ gegenüber 
erhebt, nicht auch ein prinzipiell befugter ist. Auf diese Frage 
antwortet die vorliegende Arbeit mit einem entschiedenen Ja. Darin 
wurzelt ihr engerer Zusammenhang mit der nationalökonomischen 
Methodologie. Im Texte kommt dies natürlich bloß nebenher zur 
Geltung. Für mich persönlich aber lag darin der Antrieb zu dieser 
Arbeit. 
Freilich, wenn ein solcher Anspruch auf „Hausherrnrechte im 
Prinzipe auch feststeht, er ist zunächst doch nur ein Erbe, das durch 
positive Forschungsleistungen erst erworben sein will. Soweit daraus 
für mich selber Verbindlichkeiten erwachsen, hoffe ich sie späterhin 
einzulösen. Es scheint mir außer Zweifel, daß sich aus einer ent 
sprechenden Bearbeitung jener „urzeitlichen“ Gebiete für theoretische 
Probleme der Nationalökonomie sehr viel gewinnen läßt. 
Dorthin also geht der Weg für mich noch weiter. Dagegen ist 
in bezug auf die großen Fragen, die ich da aufzurühren wage, mein 
iegitimes Interesse mit dieser Arbeit schon erschöpft. Und wie es 
der Lehrberuf einmal mit sich bringt, nimmt uns die fachliche Arbeit 
vi el zu sehr in Beschlag, um nebenher Aufgaben zu lösen, die allein 
schon ein Menschenleben überreichlich ausfüllen könnten. Nicht ohne 
Wehmut also trenne ich mich von dieser Schrift. Ich weiß nur zu 
gut, wie fern ihre Ergebnisse von abschließender Bedeutung sind; aber 
es ist mir nicht gegönnt, diese Arbeit als eine „vorläufige Mitteilung“ 
Zu bezeichnen. 
deutsche Technische Hochschule zu Brünn, 
Herbst 1903.
	        
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