Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Grenzen  der  Geschichte“,

weil  sie  sich  einem  ganz  anderen  System  organisch  einfügt,  dem  System
der  metahistorischen  Erkenntnis.  Wenn  jene  Erklärung  aus  diesem
Systeme,  in  dessen  Gefüge  sie  allein  möglich  ist,  herausgegrififen  wird,
so  hat  dies  offenkundig  die  Bedeutung  einer  Nutzanwendung  der
metahistorischen  Erkenntnis;  eine  Nutzanwendung,  die  provoziert ­
  wird  durch  ein  Interesse,  das  zufällig  aus  Anlässen  historischer
Natur  entspringt.  Man  sieht,  selbst  dieser  bestechende  Ausnahmefall
gibt  nicht  den  Anstoß  dazu,  daß  sich  historische  und  metahistorische
Erkenntnis  in  ihrer  Eigenart  vermischen.  Auch  die  materiellen  Unterschiede ­
  in  der  Erkenntnis  bleiben  im  Sinne  eines  starren  Entwederoders
bestehen,  und  so  zeugen  auch  sie  für  die  grundsätzliche  Natur
des  Abstandes  zwischen  Historie  und  Metahistorie.
Es  ist  nicht  notwendig,  die  Weite  dieses  Abstandes  zu  ermessen;
die  Tatsache  allein,  daß  er  nicht  zufällig,  sondern  als  ein  grundsätzlicher ­
  besteht,  widerstreitet  der  Annahme,  als  ob
in  allen  jenen  Disziplinen  die  Erkenntnis  eine  homogene ­
  sei.  Also  widerstreiten  unsere  Ergebnisse  auch  der  Anschauung, ­
  daß  sich  diese  Gruppe  von  Disziplinen  zu  einem  Kontinuum ­
  der  Erkenntnis  zusammenschließe.  Wieder  ist  es  gar
nicht  notwendig,  nun  diesen  Widerstreit  bis  ins  einzelne  zu  verfolgen.
Daraus,  daß  er  überhaupt  besteht,  lassen  sich  ganz
unmittelbar  erkenntniskritische  Bedenken  gegen  jene
blindgläubige  Lösung  unseres  Problemes  erheben:  Bedenken ­
  nämlich,  ob  mit  dieser  Lösung  nicht  eine  unzulässige
Verquickung  von  zwei  Erkenntnisarten  Platz  greift,
die  einander  bis  in  die  Wurzel  fremd,  ihren  Ergebnissen ­
  nach  also  beziehungslos  sind.  Und  so  mündet
meine  ganze  Untersuchung  in  den  Zweifel  aus,  ob  es  der
metahistorischen  Erkenntnis  überhaupt  zusteht,  dem
Erfahrungsstoff  der  historischen  Erkenntnis  die
Grenzen  zu  ziehen!
Dieses  schließliche  Ergebnis  nimmt  sich  etwas  mager  und  spitzfindig ­
  aus;  aber  man  darf  eben  zwei  Dinge  nicht  vergessen.  Erstens
wäre  es  unbillig,  an  das  Ergebnis  der  Kritik  den  Maßstab  der  wuchtigen ­
  Vorstellungen  zu  legen,  die  zur  Kritik  standen.  Für  das  Denken
unserer  naturwissenschaftlichen  Zeit  hat  es  ja  etwas  brutal  Plausibles,
sich  auszumalen,  wie  das  Geschehen,  dem  wir  selber  die  Akteure  sind,
sich  im  gleichsam  absteigenden  Sinne  schließlich  in  die  Vorgänge  der
natürlichen  Entwicklung  jener  Spezies  verliert,  zu  der  abermals  wir
            
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