Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Grenzen der Geschichte", 
weitere Bedeutung zu, daß sie unser Problem von den 
Grenzen der Geschichte lösen. Nur diese überschüssige 
Bedeutung ist Gegenstand meiner Kritik. Im Vortrage selbst habe ich 
diese Kritik indirekt zu üben versucht; nun soll es direkt ge 
schehen, in der Anlehnung an alles, was sich schon im sachlichen 
Teil ergeben hat. Dazu gehört aber vor allem die Einsicht, daß unser 
Problem die spezifische Natur des historischen Ge 
schehens zur Voraussetzung hat. Denn von realen Ausläufen 
kann man nur unter Bezug auf ein spezifisches Geschehen reden. 
Den Beginn muß daher die Erwägung machen, in welchem Sinn 
uns das historische Geschehen als ein spezifisches 
erscheinen darf. 
IIL 
Es ist wahr, wir sind bis zur blinden Selbstverständlichkeit gewohnt, 
Unseresgleichen als Träger, als Akteure und Statisten des Ge 
schehens zu erblicken, dem sich die Historie zuwendet. Trotzdem 
gehört diese Bindung an den Menschen nicht zum 
Wesen des Geschehens; sie bedeutet nur einen treuesten Be 
gleitumstand. Nur scheinbar ist sie ein Essentiale, in Wahrheit ein nie 
fehlendes Accidens dieses Geschehens. Die Verknüpftheit mit dem 
Menschen ist uns wohl in aller Erfahrung gegeben, als eine vornehmste 
Bedingung, unter denen sich jenes Geschehen vollzieht. Ein prin 
zipielles Verhältnis aber liegt damit nicht vor; wohl aber mit etwas 
ganz anderem, das uns dank der früheren Betrachtungen bekannt ist, 
ehe wir noch die erkenntnistheoretischen Verhältnisse würdigen. Dem 
historischen Geschehen ist nur eines grundwesentlich: Seine Er- 
faßbarkeit vom Boden der logischen Denkgesetze aus; 
die besondere Art also, wie dieses Geschehen in sich selber und zuletzt 
noch mit unserem eigenen Tun und Leiden zusammenhängt. 
Darin, in der Tat, darf uns das historische Geschehen als ein 
spezifisches erscheinen. Nicht die Verknüpfung mit unserer „un 
gefiederten Zweibeinigkeit“, aber die logische Natur seiner Zu 
sammenhänge, die hier gleichsam zur Substanz gehört, erscheint 
als das Essentiale dieses Geschehens. Dieses Spezifikum allein darf 
nie ausfallen. Der Narr, z. B., gehört wohl zur Spezies „Mensch“; sei 
es auch nur im Sinne einer Mißbildung. Für sein Getue jedoch ist 
in dem historischen Zusammenhang absolut kein Platz. Wenn man 
sagen darf, der Narr handelt nicht, er geschieht, so ist dies nur ein
	        
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