Full text : Wirtschaft als Leben

Anhang,  XI,

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drücklich  der  Naturwissenschaft,  an  der  Hand  der  metahistorischen
Disziplinen,  gelänge,  unser  Problem  zu  lösen.
Eine  trügerische  Halbwahrheit  bleibt  jener  Schluß  zwar  außerdem
noch.  Denn  auch  das  ist  unbestreitbar,  daß  man  die  Lebensäußerungen
des  „Werkzeugtieres“  jederzeit  zu  vernünftigem  Geschehen  umdenken ­
  kann.  Die  Vorstellung  des  vernünftigen  Geschehens  geht  der
Vorstellung  jener  Lebensäußerungen  auf  Schritt  und  Tritt  parallel;  wo
immer  wir  uns  die  letzteren  denken  können,  da  sofort  auch  das  erstere.
Was  aber  vom  vernünftigen  Geschehen  gilt,  gilt  nicht  schon  vom
historischen.  Gerade  dies  behandelt  aber  jener  Schluß  als  eine
ausgemachte  Sache;  eine  Voreile,  die  jenes  Raisonnement  um  seine
Wahrheit  bringt.
Die  Unterscheidung,  die  hier  auftaucht,  kann  nur  auf  den  ersten
Blick  befremden.  Gewiß,  das  historische  Geschehen  ist  als  ein  vernünftiges ­
  spezifisch.  Deshalb  ist  das  eine  doch  nicht  dem  anderen
identisch.  Mit  dem  vernünftigen  Geschehen  ist  eben  rein  nur  die
spezifische  Artung  des  historischen  erfaßt.  Gegenüber  dem  vernünftigen ­
  Geschehen,  als  einem  Abstraktum,  ist  das  historische
Geschehen  jederzeit  als  ein  Konkretum  zu  denken,  stets
im  Sinne  eines  Bruchstückes  aus  dem  großen  Geschehenszusammenhang
der  Geschichte,  ausgelöst  aus  dieser  realen  Einheit.  Wenn  wir  uns  also  an
die  metahistorischen  Ergebnisse  halten  und  die  Lebensäußerungen  des
auftauchenden  „Werkzeugtieres“  uns  vorstellen,  so  ist  es  wohl  außer
Zweifel,  daß  wir  uns  die  letzteren  zu  vernünftigem  Geschehen
umdenken  dürfen.  Aber  es  ist  durchaus  nicht  ausgemacht,
ob  wir  uns  dieses  vernünftige  Geschehen,  wie  es  dann
in  unserer  Vorstellung  lebt,  sofort  auch  als  ein  historisches ­
  vorstellen  dürfen.  Das  will  sagen,  als  ein  Geschehen,
auf  das  unser  geistiger  Blick  endlich  stoßen  müßte,  wenn  es  ihm  beschieden
  wäre,  dem  Geschehenszusammenhang  der  Geschichte  schrankenlos ­
  zu  folgen,  immer  tiefer  in  die  Vergangenheit  hinein.  Wer  dies  als
eine  ausgemachte  Sache  ansieht,  spricht  der  metahistorischen  Forschung
zu,  auf  indirektem  Wege  historische  Ergebnisse  zu  liefern;  es  bedürfte
dazu  bloß  einer  schlichten  Umdenkung.  Das  schließt  aber  in  sich,  daß
man  zwischen  Historie  und  Metahistorie  keinen  Unterschied  in  der
Art  anerkennt,  wie  sie  uns  über  vergangenes  Geschehen  Aufschluß  erbringen. ­
  Dahin  gehen  tatsächlich  die  landläufigen  Anschauungen;  mit
jenem  Raisonnement  sind  eben  wieder  nur  sie  zum  Wort  gekommen.
Jenes  vorgestellte  Geschehen  darf  uns  nur  dann  als  ein  historisches
gelten,  wenn  die  Metahistorie  ausdrücklich  für  diesen  Punkt  gut  steht.
Denn  auf  ihr  lastet  hier  die  Verantwortung.  Sie  ist  dieser  aber  nicht
v«  Gottl-Ottlilienfeld,  Wirtschaft  als  Leben.  ^
            
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