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Anhang, XXIV.
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bestimmung, irrelevant erst recht die metahistorische Anschauung, daß
wir irgendwo über diesen „ältesten“ Fund hinaus die Vorgänge
gattungsmäßiger Entwicklung annehmen müßten, in denen das
Menschengeschlecht seinen Ursprung nähme. Die nämlichen Tatsachen
vergeistigen sich dahin und dorthin zu völlig beziehungslosen Er
gebnissen, etwa so, wie die nämlichen Laute zu Worten fremder
Sprachen werden, um da und dort Bedeutungen zu erlangen, die in
keinerlei Beziehung zueinander stehen.
XXIV.
Wie fremd sich Historie und Metahistorie zueinander stellen, läßt
sich auch theoretisch gar nicht besser illustrieren als gerade durch
unser Problem. Dieses gipfelt in der Frage nach den realen Ausläufen
des historischen Geschehens, und somit in der Erwägung, ob und wie
aus dem Geschehenszusammenhang der Geschichte ein erfaßlicher, ohne
inneren Widerspruch denkbarer Übergang in etwas vom historischen
Geschehen spezifisch Verschiedenes führt. Das Erfassen dieses
Überganges im Geschehen steht also im Kerne unseres Problems.
Wenden wir uns nun den metahistorischen Ergebnissen zu, die man
als „Lösung“ unseres Problems wähnt. Als jener erfaßliche Übergang
im Geschehen sind hier die Vorgänge gattungsmäßiger Ent
wicklung gedacht, aus denen die Spezies „Mensch“ emporwächst.
Wie gelangen wir aber zu der Vorstellung dieser Entwicklungsvorgänge?
Doch nur durch den konstruktiven Ausbau des metahistorischen
Systems, gleichsam durch eine ideelle Verlängerung alles dessen, was
überhaupt für die Lebewesen gelten könnte, über die Spezies
«Mensch“ hin. Nun ist der Grundgedanke des biogenetischen
Systems, der Gedanke des Einen Blutzusammenhanges, der im ent
wicklungsmäßigen Sinne der Deszendenzlehre alle Lebewesen verknüpft,
zweifellos genügend fundiert, um jene ideelle Verlängerung auch
dann zu rechtfertigen, wenn sich an paläontologischen Funden und
biologischen Betrachtungen nicht alles beibringen läßt, was wünschens
wert wäre, um das metahistorische System auch in diesem Punkte auf
die höchste Stufe seiner inneren Wahrheit emporzuheben. Es war
deshalb schon früher zu betonen, daß die Einbeziehung der Spezies
«Mensch“ in das biogenetische System von Haus aus ein ge
bieterisches Postulat der metahistorischen Erkenntnis sei. Diese
Einbeziehung erfolgt nun so, daß man in die Vorzeit der erwähnten
paläontologischen Funde jene Vorgänge gattungsmäßiger Ent