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,Der Wertgedanke“,
meinen Besprechung eigentlich entziehen. Es handelt sich da um gewisse Erfahrungen,
die vielleicht niemandem erspart bleiben, der im alten Sinne seinen Beitrag zur „Wert
lehre“ leisten wollte; keinem Werttheoretiker also. Was aber zu erfahren ist, das sind
Zustände intellektueller Beklemmung, und ein unbestimmter Drang, sich ihnen zu ent
winden. Dieser Drang kann sich nämlich zu dem Streben nach Selbstbesinnung ab-
klären. Freilich tritt dies nur dann ein, sobald man sich über diese Dinge genügend
Rechenschaft ablegt.
Von diesen Anlässen interner Natur kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Es
dünkt mir überhaupt dem Verständnisse dieser Arbeit in mancherlei Hinsicht forderlich,
wenn ich auch den tatsächlichen Werdegang derselben in seinen Ursprüngen flüchtig
beleuchte.
An ihrer Wurzel war eben auch eine „Werttheorie“ gestanden; ein „Beitrag zur
Wertlehre" im hergebrachten Sinne. Was mich dieser „Werttheorie“ in der Folge ab
wendig gemacht hat, war ebensowenig ein Erkennen ihrer Irrigkeit schlechthin, als meine
Bekehrung zu einer fremden „Werttheorie". Ich kann es hier noch nicht darlegen, wes
halb das eine wie das andere förmlich von Haus aus sich als unmöglich erweist, oder
doch höchst unwahrscheinlich bedünkt.
Es ist vielmehr ein Stadium vorangegangen, bei dem ich noch als Verteidiger einer
eigenen, eben jener totgeborenen „Werttheorie“, — bei Gelegenheit der Bemühungen
nämlich, ihre polemische Vertretung gegenüber den vorhandenen „Werttheorien“ zu in
struieren, — zu der nach und nach hervorbrechenden Erkenntnis kam, daß die Wert
forschung nicht genügend über sich selber, ihr Weshalb und Wohin im klaren sei.
Je inständiger ich mich nämlich darum bemühte, desto weniger konnte ich mich
selber davon überzeugt machen, daß ich dort, wo ich in Vertretung der eigenen den
fremden „Werttheorien“ widersprechen mußj sie auch widerlegen kann. Bei
genauerem und kühlerem Besehen fielen mir alle in dieser Hinsicht mühsam ausgetiftelten
Konstruktionen immer wieder — gleich Seifenblasen zu einem Tropfen — zu dem Satze
zusammen: Hie meine MeinungI — Hie deine Meinung 1
Schon damals bin ich daraufhin angeregt worden, das Studium der Wertlehre, nun
von einem freieren Standpunkte aus, von neuem aufzunehmen. Was ich hierbei besonders
ifi ihren polemischen Bestandteilen gefunden, war zusammen die vollkommenste Be
stätigung jener Erfahrungen in eigener Sache.
Den Widerspruch herauszufühlen, zwischen dem Widersprechen-Müssen und Nicht-
Widerlegen-Können; das Unvermögen zu empfinden, von dem, was man gerade im
Gegensätze zur fremden „Werttheorie“ für wahr hält, mit zureichenden Gründen sagen
zu können, warum man es für wahr halten darf; und von da heraus dem Drange zu
verfallen, nach einem objektiven Kriterium der Entscheidung — zu was anderem
konnten sich diese Gedankenwirbel abklären, als zu dem Streben nach einer Selbst
besinnung der in ihren alten Geleisen verfahrenen Forschung!
' Hier war der Wendepunkt; auf dem Wege, den von da ab meine Untersuchungen
nehmen mußten, waren die Ergebnisse aufzulesen, in deren Darlegung ich mit der vor
liegenden Studie den Anfang mache,
Man sieht, ich habe mir die Aufgabe, an deren Lösung ich mich heranwage, nicht
in Vorwitz und Anmaßung willkürlich gestellt; sie ist mir vielmehr aus der allmählichen
Gestaltung der Dinge heraus nach und nach zwingend erwachsen. Meiner
Stellungnahme gegenüber der „Wertlehre“ benimmt aber wohl der Umstand viel von
ihrer Schärfe und zerstreut den Schein einer Selbstüberhebung, der wohl zu beachtende