Full text: Wirtschaft als Leben

Umrisse einer Theorie des Individuellen, I, B. 
475 
sind also im Rahmen jenes Allgemeinen die Einzelnen gemäß ihrer 
Funktion. Man darf vom Funktionell-Allgemeinen 
sprechen, dem als nomothetische Denkform der Funktionalbegriff 
entspricht, der sich, als die dritte Variation des Allgemeinbegriffes, 
neben Art- und Kollektivbegriff stellt. Wir dürfen somit die 
Eigenart jener Aussagen logisch darin kennzeichnen, daß sie mit 
dem Funktionalbegriff arbeiten; „Ausläufer“, „Krönung“, 
„Hauptstock“ sind die uns absehbaren Beispiele dieses Begriffes, 
durchaus schlichtester Art. 
Jeder Funktionalbegriff legt eine stille Berufung auf jenen 
Kollektivbegriff ein, den er in einer Einzeih eit des vielgestaltigen 
Verhältnisses zwischen dem Ganzen und seinen Teilen erläutert; 
so hält es der Begriff „Ausläufer“ mit dem Kollektivbegriff „Höhenzug“, 
als dem, das mit irgend einem seiner Teile „ausläuft“. Dieses 
Wechselspiel zwischen Kollektiv- und Funktional 
begriff antwortet in spezifischer Weise dem Charakter des idio- 
graphischen Denkens. Dieses lehrt uns überall aus dem 
Ganzen das Einzelne so verstehen, daß wir im Ein 
zelnen auch schon das Ganze ermessen. Es vermittelt 
stets „organische“ Auffassung in jenem tiefen Kantischen Sinne, daß 
wir einsehen, wie Alles um Eines, und jedes Einzelne um Aller willen 
da scheint. 
Da jene abschließenden Aussagen eine Fortbildung und Synthese 
aller vier Bestimmungsweisen bedeuten, erscheint mit ihnen je eine 
Anzahl der verschiedenartigsten Bestimmungen zu begrifflicher 
Einheit ausgeglichen. Bestimmungen, die zu einem Teil die 
Eigenart, zum anderen die Eigenlage konstituieren helfen, streben jetzt 
nicht mehr auseinander. Sie reflektieren jetzt nicht mehr bloß auf 
das nämliche Konkretum, sondern auch ein innerer, ein Bezug 
dieser Urteilsinhalte aufeinander, war vorhanden und hat sich 
durchgesetzt. Ohne Zweifel realisieren also jene Aussagen schon 
die logische Ausgestaltung des Sonderbegriffes! Sie bauen bereits an 
dem Inhalte des idiographischen Begriffes höherer Stufe, des Voll- 
begriffes. Um diesen richtig zu verstehen und danach auch zu 
benennen, fragen wir nach der logischen Leistung, die ihm 
spezifisch ist. 
Für den Sonderbegriff sahen wir diese Leistung darin, daß er uns 
e in Einzelnes der Wirklichkeit auch im Denken unverwechselbar 
m acht. Er singularisiert das Konkretum. So muß sich die 
logische Leistung des Vollbegriffes in analoger Weise in dem 
Charakter spiegeln, den er erst noch dem Singulären beizulegen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.