Full text : Wirtschaft als Leben

Umrisse  einer  Theorie  des  Individuellen,  II.

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lichkeit  hinein.  Malen  wir  uns  nun  aus,  daß  wir  die  Wirklichkeit  gedanklich ­
  in  Individuen  aufgelöst  hätten:  wäre  unserer  Erkenntnis  damit ­
  gedient?  Eine  Gefahr,  daß  die  Welt  dabei  abermals  in  ein  Chaos
verwandelt  würde,  besteht  nur  scheinbar.  In  Wahrheit  ist  hier  von
Haus  aus  jener  Zusammenhang,  jene  Einheit  der  Ergebnisse  vorhanden, ­
  die  sich  dem  Begriff  der  Wissenschaft  verknüpft.  Dem
Individuum,  das  eitel  Zusammenhang  in  sich  verarbeitet,  ist  alle
Isolierung  fremd.  Es  hängen  alle  Ergebnisse  des  idiographischen
Denkens  untereinander  zusammen,  dem  Geiste  dieses  Denkens
gemäß,  das  im  Einzelnen  immer  schon  das  Ganze  zu  umfangen  sucht.
Dieses  Zusammenhängen  aller  Individualbegriffe  blieb  bisher  außer
Spiel;  der  methodische  Gang  der  Untersuchung  hat  es  so  verlangt  und
die  Anlehnung  an  unser  Beispiel  ließ  es  zu.  Dessen  Geläufigkeit  hat
uns  insgeheim  über  alle  Stellen  hinweggeholfen,  an  denen  die  Individuation ­
  noch  mit  einem  anderen  Vorgang  sich  bedingt:  eben  mit
dem  Vorgänge,  der  jenen  durchgängigen  Zusammenhang  der
Individualbegriffe  zur  Geltung  bringt.  Wir  werden  in  der  Tat
sehen,  daß  alle  Individuation  des  Einzelnen  wechselseitig  an
die  Explikation  des  umfassenden  Ganzen  gebunden  ist.
Wesen  und  Sinn  dieses  Vorganges  der  Explikation  soll  nun  wieder
an  unserem  Beispiele  beleuchtet  werden.  Die  Denkweise,  von  der
dieses  Beispiel  getragen  wird,  sein  ganzer  Vorstellungskreis  ist  uns  so
geläufig,  daß  wir  es  nach  Belieben  erweitern  können;  schließlich  bis
zu  einem  „Kosmos“  unserer  geographischen  Vorstellungen.  Es  legt
uns  dann  gleichsam  alle  restlichen  Probleme  als  gelöst  vor,  so  daß  wir
den  Gang  der  Lösung  analytisch  aus  ihm  herleiten  können.  Zunächst
sei  auf  diesem  Wege  gezeigt,  in  welch  schlichter  Art  alle  unsere  geographischen ­
  Vorstellungen  ihre  Einheit  im  räumlichen  Allzusammenhange
  finden.
Wie  erwähnt,  läßt  sich  unser  Berg  zum  Erdrund  in  eine  eindeutige
Beziehung  bringen,  auch  ohne  daß  man  seine  Position  erwähnt.  Wir
halten  uns  einfach  vor,  wie  der  Berg  auf  dem  Plateau  und  in  der  Verengerung ­
  des  Höhenzuges  liegt;  wie  ferner  diese  beiden  höheren
Einheiten  unter  die  noch  höhere  des  Y-Gebirges  fallen,  von  dem
ein  Gleiches  gegenüber  dem  Gebirgssystem  S  gilt;  wie  endlich
dieses  vom  Kontin  ente  P  umfangen  wird,  von  dem  aus  der  nächste
Schritt  in  dieser  Reihe  schon  zum  Erdrund  selber  führt.  Über  eine
solche  Reihe  hinweg,  in  der  System  auf  System  folgt,
hängt  aber  jedes  beliebige  Konkretum  mit  dem  Erdrund  zusammen,
üie  Staffeln  dieser  Reihen  werden  sehr  oft  die  gleichen  sein.  So  teilt
z -  B.  unser  Berg  seine  Reihe  mit  allen  Höhen,  die  der  Höhenzug  A
V '  ^*°ttl-Ottlilienfeld,  Wirtschaft  als  Leben.  3*
            
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