Full text: Wirtschaft als Leben

Der Stoff der Sozialwissenschaft, I, A. 
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der Vorstellung der Eindrücke und Stimmungen, die dem Leser diese 
Lektüre zubringt; mit der Vorstellung des ganzen Gebarens des Lesers 
beim Lesen; wir sehen ihn etwa über das Heft dieser Zeitschrift ge 
beugt, das Blatt zum Umwenden in der Hand, und so weiter. Diese 
Fülle von Vorstellungen, die jene Aussage entfesselt, vermag sie doch 
wieder zu beherrschen. Einer geheimnisvollen Abbreviatur gleich hebt 
die kurze Wortfolge diese ganze Fülle auf. Es ist also in der Aussage 
A ein begriffliches Denken rege, dem das Mitschwingen an 
schaulicher Vorstellungen nicht störend wird; es fordert 
dieses Mitschwingen geradezu heraus 1 
Dieser Charakter ist aber den Aussagen B und C völlig fremd. 
Je nachdrücklicher wir uns in diese Aussagen hineindenken, desto 
unduldsamer verhält sich das begriffliche Denken in ihnen zur 
anschaulichen Vorstellung. Wer der Augenbewegung nachsinnt, von 
der B berichtet, empfindet es gewiß nur als Störung, kommt ihm von 
ungefähr in den Sinn, daß der Leser beim Lesen den Kopf auf den 
Arm stützt. Was soll hier diese Vorstellung 1 Sie schmiegt sich 
absolut nicht dem Gedankengang in B ein. Sie gibt höchstens den 
Anlaß, die weitere Aussage zu bilden: „Die Kopfmasse des Lesers 
verharrt auf dem starren System des Armes in der Ruhelage“. Diese 
weitere Aussage, ob nun hypothetisch oder als Erfahrungsurteil ge 
bildet, steht völlig gesondert neben B. Vergleichen wir dagegen das 
Verhältnis der Aussage: „Der Leser stützt beim Lesen den Kopf auf 
seinen Arm“ zur Aussage A, so ergibt sich, daß auch diese weitere 
Aussage, mindestens ihrem anschaulichen Inhalt nach, schon in A 
mit enthalten ist. 
Auch in den psychologischen Aussagen, vom Typus C, sträubt 
sich das begriffliche Denken gegen alle „bildhafte“ Begleitung. Selbst 
die „Einheit des Bewußtseins“ ändert daran nichts und mahnt nur 
daran, daß hier Abstraktionen vorliegen, mit denen der 
Wirklichkeit besondere Gewalt angetan wirdl Jedenfalls 
ist es auch im Vollzüge der Aussage C nur eine lästige Störung, wenn 
uns etwa in den Sinn kommt, daß sich beim Leser Schmerzempfindungen 
im Auge einstellen. Das ist wieder eine Sache ganz für sich, und die 
eventuellen „Wechselbeziehungen“ kausaler Art wären erst recht wieder 
eine dritte Sache. Dies alles muß säuberlich getrennt bleiben, oder 
es kommt das begriffliche Denken, das sich nacheinander dessen be 
mächtigt, überhaupt nicht zustande. 
b^ a £ e &en widerspricht es dieser eigentümlichen Schroffheit des 
begrifflichen Denkens in B und C keineswegs, wenn neben dem be 
grifflich Gedachten die Empfindung einer gewissen Zusammen
	        
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