Full text: Wirtschaft als Leben

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,Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung“, 
Nebeneinander der beiden Denkweisen stets nur irgendwie kon 
statieren, nicht aber weiter begründen läßt. Allein ob man, gleich 
hier, willkürlich schon beim Denken und seiner „ureigenen“ 
Natur stehen bleibt, oder schließlich doch bei dem Unerforschlichen 
des „Subjektes“ stehen bleiben muß, das ja den Akten unseres 
Denkens ebenso unterliegt wie anderen Akten — das macht kaum 
einen Unterschied. 
Als problematischer Vorgang verbleibt dann nur die unserem 
Willen zugeschobene Wahl, ob wir uns in einem gegebenen Augen 
blick für die eine oder für die andere der Denkweisen entschei 
den, die grundsätzlich und unvermischbar nebeneinander verharren. 
Dieses Problem ist bereits ein erkenntnispsychologisches, es kommt 
für uns nicht weiter in Betracht. Soviel ist sicher, die Wahl steht 
uns frei, und ihr Vollzug fällt uns meist bis zur Unbewußtheit leicht. 
Je leichter damit zugleich der Wechsel von der einen zur anderen 
Denkweise fällt, desto peinlicher müssen wir uns beim wissenschaft 
lichen Denken davor hüten, daß er unbeabsichtigt eintritt — 
z. B. als Psychologismus 1 Denn sonst, bei dem notwendigen Zu 
sammenhang aller Ergebnisse einer Wissenschaft, ist eine heillose 
Konfusion die Folge, sobald die Erkenntnis unbedacht in verschie 
denen Zungen zu reden beginnt. 
Sachliches Problem ist die Unterscheidung der Stoffe, die 
unserem Denken unterliegen. Der Stoff ist dife in bestimmter Weise 
objektivierbar gewordene, der Formung zugängliche Wirklichkeit; zu 
gleich ist der Stoff also das zu den Gegenständen einer bestimmten 
Denkweise Geformte. Aussagen über den Stoff können sich daher 
weder auf die Formung, noch selbst auf die Formungsweise beziehen, 
sondern bloß auf die Voraussetzungen der Formung. Der Cha 
rakter eines bestimmten Stoffes fällt daher mit den generellen 
Grundlagen der Objektivation in eins. Nur sind wir nicht 
auf den empirischen Weg angewiesen, den Stoff zu suchen, indem 
wir jene Grundlagen wirklich generalisieren, einer ganzen Reihe von 
Aussagen des gleichen Typus entlang. Dies erspart uns der Rückhalt 
an der erkenntnistheoretischen Erwägung, mit der für alle Verhält 
nisse des Denkens auf die Eigenart des ihm an letzter Stelle Ge 
gebenen reflektiert wird. So wissen wir z. B. im voraus, daß der 
Stoff, der jener noetischen Aussage A unterliegt, irgendwie mit dem 
anschaulichen Zusammenhang des Erlebten in Beziehung stehen muß- 
Dadurch kann aus der Generalisation die bloße Demonstration an 
Beispielen werden.
	        
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