Full text : Wirtschaft als Leben

Der  Stoff  der  Sozialwissenschaft,  II.

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Da  wir  andererseits  doch  nur  bei  den  fertigen  Formungen,
bei  den  Aussagen,  mit  der  Diskussion  einsetzen  können,  so  sind
wir  an  die  Frage  verwiesen,  welche  anschaulichen  Elemente
das  begriffliche  Denken  der  Aussagen  von  verschiedenem  Typus  in
sich  schließt.  Diese  anschaulichen  Elemente  gehören  zweifellos  schon
zum  Inhalte  des  Stoffes,  aus  welchem  die  Aussagen  geformt  sind.
Etwas  über  das  Erleben  selber  auszusagen,  das  gleichsam  noch  zwei
Schritte  vom  begrifflichen  Denken  absteht,  erscheint  bloß  in  formaler
Hinsicht  möglich;  daher  die  bloß  formale  Charakteristik  des  Erlebten,
nach  Anschaulichkeit,  Mannigfaltigkeit  und  Zusammenhang.  er
Stoff  dagegen  läßt  bereits  über  seinen  Inhalt  etwas  aussagen  im
Wege  jenes  Rückschlusses  von  den  Formungen  auf  das
zu  ihnen  Geformte.  Gerade  dabei  wird  man  stets  zwischen  der
Eigenart  des  Denkens  einerseits  und  der  Eigenart  des  ihm  Gegebenen
andererseits  den  Einklang  zu  wahren  haben.  ,  .  ,
Über  die  anschaulichen  Elemente  in  jenem  Denken  das  in  den
Aussagen  B  und  C  rege  ist,  kann  ein  Zweifel  so  wenig  herrschen,  als
eben  deshalb  dieses  Denken  das  „phänomenologische  genannt  wurde.
Element  ist  hier  jenes  Anschauliche,  das  dem  Begriffe  der
scheinung  unterstellt  wird.  Es  handelt  sich  um  den  anschaulichen
Inhalt  des  „Gesehenen“,  „Gehörten“,  „Getasteten“  usw.,  auf  den  wir
im  formallogischen  Sinne  auch  durch  Analyse  stoßen,  indem  wir  in
der  Definition  eines  phänomenologisch  erfaßten  Gegenstandes  bis  ans
Ende  gehen,  zum  nicht  weiter  Definierbaren.  So  laßt  sich  z.  B.  „rot
wohl  noch  dem  Begriffe  der  Farbe  unterstellen,  im  übrigen  aber  steht
hier  ein  Letztes  vor  uns;  die  weitere  Erläuterung  muß  hier  das  begriffliche ­
  Denken  der  Anschauung  abtreten.  Daran  ändert
sich  auch  mit  der  naturwissenschaftlichen  Betrachtung  nichts  wenn
man  „rot“  durch  Schwingungszahlen  usw.  scheinbar  zu
vermag;  denn  nicht  eine  Defit^onwhd  theoretisch
stitution  geht  hier  vor  sich:  für  das  Anschaulich  wiro
Begriffliches  unterschoben,  zu  dem  Zwecke,  das  phänomenologisch  Erfahrbare ­
  in  der  einfachsten  Weise  denkend  zu  ewa  ige  T^„ n u Ptl9
Diese  anschaulichen  Elemente  des  phänomenolog'schen  Denkens
die  Erscheinungen,  nehmen  unbedingt  auf  die  Mannigfaltigkeit
des  Erlebten  Bezug.  Es  wäre  aber  durchaus  urig  hier  nach  dem
Prozesse  eines  „Zerfalles“  dieser  Mannigfaltigkeit  in  die  Erscheinungen
zu  fragen.  Diese  Mannigfaltigkeit  ist  überhaupt  nur  als  formale
Charakteristik  des  Erlebten  gemeint:  es  mangelt  ihr  absolut  an  jener
gegenständlichen  Natur,  um  in  etwas  anderes  zu  „zerfa  en  So  au
sich  das  Erleben  selber  schon,  in  seiner  unberührten  Anschaulichkeit,
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v.  Gottl-Ottlilienf  eld,  Wirtschaft  als  Leben.
            
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