Full text: Wirtschaft als Leben

Der Stoff der Sozialwissenschaft, II. 
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„lauern“, „spähen“, „erkunden“, „ausspionieren“, „erfragen“, „studieren“, 
„forschen“ usw. Wie nun hier als „Kenntnisnehmen“, läßt sich eine 
Reihe anderer Erlebungen, „ergreifen“, „fassen“, „verstehen“ usw. 
als „Besitznehmen“ verallgemeinern. Faßt man nun diese Gruppen 
und noch andere Erlebungen, „ziehen“, „rufen“, „holen“ usw. zusammen, 
so ermöglicht sich eine eigentümliche Verallgemeinerung, die ihre 
symbolische Hülle in dem Ausruf „her!“ findet. Gleichwie aber dieses 
„herl“ eine Unzahl von Subjektbejahungen unter sich befaßt, so auch 
die Ausrufe „hin!“ — „stoßen“, „drücken“, „werfen“, „schieben“, 
„schreiten“ usw. — und so auch die Ausrufe „weg!“, „haltl“ und 
noch andere. 
Den wesentlichen Schritt nun, noch über diese spezifischen 
Verallgemeinerungen hinaus, die selber schon das Anschauliche weit 
hinter sich zurücklassen, besagt nun das „Wollen“. Gewiß darf man 
es sagen, daß sich in jenen Erlebungen insgesamt der „Wille“ 
manifestiere; dem liegt sachlich aber doch nur zugrunde, daß man 
im „Wollen“ die höchste jener inhaltlichen Verallgemeinerungen 
ersehen darf, deren nur mehr anschauliche Variationen mit jenen Er 
lebungen vorliegen. Die Erlebungen selber aber sind „irreduktibel“, 
"weil jede einzelne wieder ein anschaulich Einfaches bedeutet. Keine 
von ihnen läßt sich durch das „Wollen“ noetisch deuten, sämtlich aber 
kann man sie mit Hilfe des Ausdrucks „Wollen“, und auch mit 
Ausdrücken anderer Verallgemeinerungen ihrer selbst, umschreiben. 
Der besondere Wert dieser höchsten Verallgemeinerung „Wollen“ 
liegt darin, daß sie den Gegensatz hervorstellt, der innerhalb der 
Gesamtheit aller Erlebungen klafft: jenen zwischen den aktiven und 
den passiven Subjektbejahungen. Die anschauliche Variation des 
»Wollens“ ergibt die tätigen Erlebungen; diese aber erschöpfen 
noch keineswegs jene Anschaulichkeiten, durch welche das Subjekt be 
jaht erscheint. Dem Wollen selber, in diesem noetischen Sinne, 
tritt nicht etwa das „Denken“ und „Fühlen“ an die Seite; dies wäre 
mehr oder minder phänomenologisch gedacht von Klarheit nämlich 
u nd Eindeutigkeit sind hier die Ansichten weit entfernt, weil gerade 
an dieser Stelle das phänomenologische Denken vielfach verquickt 
erscheint mit dem noetischen. Vom Standpunkte jedoch des noetischen 
Denkens selber aus, da tritt mit vollster Eindeutigkeit und Schärfe 
dem Wollen das Erleiden an die Seite. Die anschauliche 
Variation des Erleidens lieiert den Rest der Subjektbejahungen, die 
leidenden Erlebungen. 
Auch dieses Erleiden ist eine höchste inhaltliche Verallge 
meinerung! Auch zu ihr leiten Abstraktionen hinüber, die dem noe-
	        
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