Full text : Wirtschaft als Leben

Der  Stoff  der  Sozialwissenschaft,  II.

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ausdrücken,  daß  die  „Welt  der  Erlebungen“,  als  die  noetisch  gedachte ­
  Totalität  des  Wirklichen,  notwendig  eine  „Welt  der  Subjekte“ ­
  ist.  Es  ist  dann  eine  naive,  aber  durchaus  zulässige  Vorstellung, ­
  sofern  wir  uns  diese  „Welt  der  Subjekte“  gleichsam  hin  eingestellt ­
  denken  in  die  „Körperwelt“,  lokalisiert  nach  dem  „Körperlichen“, ­
  das  mit  den  Subjekten  konkurriert;  worauf  dann  der  ungeheure ­
  Rest  des  „Körperlichen“  zugleich  und  ausnahmslos  Objekt ­
  wird,  genauer  gesagt,  in  Objektfunktion  rückt.  Denn  umgekehrt
wäre  es  eine  lächerliche  Verkennung,  anzunehmen,  daß  sich  die  Welt
der  Erlebungen,  nach  der  Konkurrenz  zum  phänomenologisch  Erfaßbaren ­
  gerechnet,  etwa  nur  auf  die  „Automatik“  des  menschlichen
Handelns,  auf  das  Marionettenspiel  der  Menschenlerer  ausdehnen
würde;  mit  anderen  Worten,  daß  man  die  Welt  der  Erlebungen  dem
gleichsetzen  müßte,  was  phänomenologisch  als  das  „Psychophysische
erfaßbar  wird.  Es  ist  abermals  die  ganze  Wirklichkeit,  die  in  die
„Welt  der  Erlebungen“  eingeht,  nur  daß  sie  uns  dabei  in  der  noetisch ­
  einseitigen  Weise  allein  erfaßlich  wird.
Im  Denkrahmen  dieser  Welt,  z.  B„  „regnet“  es  auch,  was  doch
gewiß  nichts  Psychophysisches  an  sich  hätte.  Aber  es  „regnet  nicht
in  dem  phänomenologischen  Sinne,  daß  ein  Zusammentreffen  verschiedener ­
  Luftschichten  eine  Kondensation  von  Wasserdampf  bewirkt,
der  nun  als  Schwarm  fallender  Tropfen  in  Erscheinung  tritt.  Es
„regnet“  vielmehr  schlecht  und  recht  im  Alltagssinne  des  Rundlichen ­
  Wetters“,  das  uns  die  Aussicht  und  das  Licht  schmälert,  Kleider
und  Schuhe  durchnäßt  und  den  Weg  verdirbt;  oder  es  „regnet  etwa
im  Geiste  des  „Himmelssegens“,  der  unsere  Kulturen  Rt,  uns
selber  erquickliche  Frische  bringt.  Da  und  dort  P^nomenologisch
und  noetisch,  ist  die  nämliche  anschauliche  Wirklichkeit  zur  Formung
gekommen;  noetisch  jedoch  nicht  als  der  ,” g  ei ^ gU  ‘ gC ,  •  erha ib
meteorologischer  Artung,  sondern  im  Sinne  eines  an  c^iektpebaren
so  und  so  vieler  Objekt-Funktionen,  die  unser  Subjektgebar  n
begleiten,  so  daß  jener  Wandel  notwendig  auch  Sub ^  1
Mitleidenschaft  zieht  1  In  ähnlicher  Weise  wird  aber  de  ge  am
anschauliche  Gehalt  der  Wirklichkeit  sozusagen  einver  ei 1  J  ”
der  Erlebungen“.  So  verfährt  schon  unser  g e ^ 0 ^ n  1C  es  ’
«  nicht,  zur  Instruktion  unseres  eigenen  Verhaltens,  die  g  g
legentlich  phänomenologisch  zu  nehmen  beginnt.  Ganz  so  verfahren
aber  auch  die  noetisch  denkenden  Wissenschaften  also  auch  unsere
Disziplinen.  Sie  schneiden  nicht  etwa  das  menschliche  Handeln  aus
der  „Welt  der  Erscheinungen“  heraus,  im  Sinne  einer  psychophysischen
Automatik,  sozusagen  als  „Viertes  Reich“;  auch  ihnen  hegtRehr
y.  Gottl-Ottlilieofeld,  Wirtschaft  als  Leben.
            
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