Full text : Wirtschaft als Leben

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,Freiheit  vom  Worte“,

inzwischen  doch  vergleichsweise  gedeihen,  wie  zum  Hohn  der  Wirtschaft. ­
  Denn  diese  schüttelt  sich  dauernd  und  weltenweit  in  einer
ganz  unerhörten  Krise.  Krisen  in  der  Wirtschaft  hatten  wir  immer,
eine  Krise  statt  der  Wirtschaft  erst  heute.  Nicht  ohne  tiefe  Beziehungen
dazwischen  schlagen  ja  zwei  Krisen  zusammen:  eine  Versorgungskrise
ohnegleichen,  eine  beispiellose  Zerrüttung  des  ganzen  Spieles  zwischen
Bedarf  und  Deckung,  und  eine  schwere  Sozialkrise,  indem  die  breitesten
Schichten  mit  ihrem  alten  Wirtschaftsschicksal  hadern,  während  eine
immer  noch  breite  Schicht  ihrem  neuen  zu  erliegen  droht.
Mag  der  Erwerb  in  der  heutigen  Wirtschaft  noch  so  wuchtig  vorwalten, ­
  für  ihre  Zusammenhänge  noch  so  belangvoll  sein,  die  Wirtschaft ­
  selber  macht  er  noch  lange  nicht  aus.  Darum  vermag  eine  einseitig ­
  an  ihm  ausgerichtete  Problematik  der  Theorie  zu  nichts  anderem
zu  führen,  als  zur  Erarbeitung  eines  Zerrbildes  der  Wirtschaft.  Dies
bestätigt  sich  in  dem  dürren  Tauschmechanismus,  in  der  öden  Preisakrobatik, ­
  als  „Hauptinhalt“  der  heute  durchschnittlichen  „Wirtschaftstheorie“; ­
  man  muß  sie  wirklich  zwischen  Gänsefüßchen  setzen.  Gewiß
erheischt  auch  das  Größenspiel  in  der  Wirtschaft  die  eindringlichste
Würdigung,  und  keineswegs  nur,  um  die  einschlägigen  Theoreme
technisch  auszuwerten.  Aber  diese  Theoreme  dürfen  nicht  so  völlig
in  die  Luft  gebaut  werden;  und  das  gilt  von  ihnen,  trotz  dem  falschen
„Fundament“  einer  offenen  oder  versteckten  Werthypothese.  Ihnen
fehlt  der  Unterbau,  weil  eben  ganz  einseitig  das  Größenspiel  der  Wirtschaft ­
  erfaßt  wird,  zuschulden  der  nur  auf  „Angebot  und  Nachfrage“,
auf  „Soll  und  Haben“  eingestellten  Problematik.  Die  wahrhaft  fundamentalen, ­
  die  Dinge  der  Gestaltung  in  der  Wirtschaft,  kommen  für  die
herkömmliche  Auffassung  beinahe  völlig  um  ihr  Recht.  Geschweige,
daß  man  der  abschließenden  Gestaltung  gerade  auch  der  heutigen
Wirtschaft  achtet:  zum  Höchstgebilde  nämlich  der  Volkswirtschaft  und
zu  deren  lebensnotwendiger  Verflechtung  mit  ihresgleichen.  Unsere
durchschnittlichen  Lehrbücher  der  „Volkswirtschaftslehre“  setzen  auf
ihr  Titelblatt  just  das,  was  ihr  Inhalt  schuldig  bleibt  oder  geradezu
verneint;  das  letztere,  seine  Blindheit  also  gegenüber  der  Volkswirtschaft ­
  offen  zu  dokumentieren,  ist  nicht  einmal  das  Schlimmste.
Schlimmer  mutet  eigentlich  das  überwiegend  geübte  Flickwerk  in
diesem  Betracht  an,  die  Verbrämung  überhaupt  der  Theorie  herkömmlichen ­
  Schlages  mit  allwirtschaftlich  anmutenden  Arabesken.  Dem
ziehe  ich  beinahe  noch  den  wenigstens  folgerichtigen  Stumpfsinn  der
„klassischen“  Schule  strenger  Observanz  vor,  auch  wenn  sie  beispielsweise ­
  nicht  einmal  das  Gebilde  der  Unternehmung  im  Blickfeld  hatte.
Kraß  ausgedrückt,  war  ihr  ja  eigentlich  das  ganze  Wirtschaftsleben  nur
            
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