Full text : Wirtschaft als Leben

Nationalökonomische  Erläuterung,  VII.

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eine  Börse,  mit  freiem  Zutritt  für  jedermann,  bloß  daß  der  eine  mit
Geld,  der  zweite  mit  Land,  ein  dritter  mit  Arbeitskraft  am  Schranken
erschien.

VII.
Ein  richtiges  und  daher  peinigendes  Gefühl  dafür,  wie  trüb  und
verzeichnet  sich  das  Bild  der  Wirtschaft  ausnimmt  im  Spiegel  der  herkömmlichen ­
  Theorie,  hat  eigentlich  nie  gefehlt.  Vielleicht  in  dieser
Stimmung  hat  man  von  dem  „Geldschleier“  gesprochen,  der  über  dem
Wirtschaftsleben  läge.  Ihn  müßte  man  erst  lüften,  um  die  Dinge  so
zu  sehen,  wie  sie  wirklich  sind.  Man  versuchte  ihn  wegzuziehen,  aber
was  vermochte  man  bei  gleichbleibender  Grundauffassung  hinter  ihm
zu  erschauen?  Doch  nur  die  „Güterbewegung“  in  ihrer  „naturalen“
Unverhülltheit.  Es  entzog  sich  notwendig  der  Einsicht,  wie  auch  dieses
ganze  „Güterleben“  stets  nur  das  Außenbild  der  Wirtschaft  bedeutet,
weil  es  doch  stets  nur  die  sinnfällige  Begleiterscheinung  aller  Wirtschaft ­
  ausmacht,  wenn  man  die  Güter  ihren  Schicksalsweg  ziehen  sieht
bei  ihrem  Werden,  Wandern  und  Vergehen.  So  haftet  auch  jener
„Geldschleier“  eigentlich  nur  der  „Erwerbsmaske“  an,  die  vor  dem
Blick  der  herkömmlichen  Theorie  die  Wirtschaft  trägt.  Abreißen  braucht
man  ihr  diese  Maske  ebensowenig  wie  gesondert  jenen  Schleier  lüften.
Beides  fällt  zugleich  und  ganz  von  selber,  sobald  nur  die  Wirtschaft
richtig  als  Wirtschaft  und  Wirtschaft  richtig  als  Leben  gesehen  wird
im  Geiste  der  allwirtschaftlichen  Auffassung.  Das  heißt  natürlich  nicht,
als  würde  nun  wieder  der  Erwerb  übersehen  oder  etwa  die  Rolle  des
Geldes;  sondern  umgekehrt,  auch  beider  Einspielen  in  die  Wirtschaft
hinein  und  beider  eigene  Bedingtheit  aus  der  Wirtschaft  heraus,  auch
dies  würde  daraufhin  erst  richtig  gesehen.  Anders  steht  es  ja  auch
nicht  um  den  „königlichen  Kaufmann“  von  Geistes  Gnaden;  auch  er
weiß,  Wirtschaft  richtig  als  solche  zu  sehen  und  den  Erwerb  stets  nur
in  seiner  realen  Verflochtenheit  darin;  auch  er,  könnte  man  sagen,
denkt  allwirtschaftlich,  also  in  Gestaltungen,  in  Gebilden,  nicht  aber  in
der  „erwerbsduseligen“  Beschränktheit  der  Theorie,  nicht  rein  nur  in
Gütern,  in  Geld  und  Waren;  das  überläßt  er  dem  Krämer.
Als  die  Theorie  noch  Herr  im  Hause  war,  die  Empirie  noch
nicht  zu  respektieren  brauchte,  da  durfte  sie  ohne  alle  Beklemmung
einem  Eindruck  sich  hingeben,  der  sie  sozusagen  aus  der  Logik  der
Tatsachen  überkam.  Ist  nämlich  das  theoretische  Denken  darauf  verhaftet, ­
  aus  aller  Wirtschaft  Erwerb  herauszusehen,  dann  muß  dem
            
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