Full text : Wirtschaft als Leben

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.Freiheit  vom  Worte“,

nähme  weithin  Gemeinschaftssache.  Auf  der  anderen  Seite  erscheinen
diese  bis  ins  Gesinnungsrichtige  sich  überstürzenden  Urteile,  eben  weil
sie  letzten  Endes  unbegründbar  sind,  nicht  minder  als  quasi-dogmatisch
geartet,  sie  nicht  voreilig,  sondern  unfreiwillig  dogmatisch.  Im  ganzen
handelt  es  sich  anscheinend  um  „ichstarre“  Urteile;  im  tieferen  Sachverhalt ­
  jedoch  sind  es  häufig  „gemeinschaftsstarre“  —  „klassenstarre“,
„volksstarre“  usw.  —  Urteile.
Ungefähr  so  lassen  sich  jene  eigentümlichen  Urteile  in  den  laufenden
Zusammenhang  stellen  und  von  der  Analogie  zur  eigenen  Sache  her
beleuchten,  jene  „Werturteile“,  gegen  die  Max  Weber  schon  vor
Jahren  so  eindrucksvoll  sein  Veto  eingelegt  hat.  Mitten  inne,  zwischen
der  lahmen  Formel  von  der  „Voraussetzungslosigkeit  der  Wissenschaft“
auf  der  einen  Seite  und  der  landläufigen  Vorstellung  von  einer  vermeidbar ­
  gedachten  „Subjektivität“  im  Urteilen  auf  der  anderen  Seite,
hat  er  mit  genialer  Sicherheit  durchgegriffen  und  diese  gleichsam  unvermeidbar ­
  subjektiven  Urteile  ans  Licht  gezogen;  und  mit  höchstem
Scharfsinn  hat  er  uns  gezeigt,  wie  es  da  warmblütig  auf  letzte  Zielsetzungen ­
  ankäme,  nicht  aber  hölzern  auf  letzte  „Voraussetzungen“.
Die  Urteile  dieser  Artung  vorweisen,  war  für  Max  Weber  eins  damit,
energisch  auf  ihrer  Ausmerzung  zu  bestehen,  im  Zeichen  der  Reinheit
der  Erkenntnis,  der  inneren  Freiheit  erfahrungswissenschaftlichen  Denkens.
Das  schloß  einen  gewaltigen  Fortschritt  zur  Wissenschaft  in  sich.
Nun  bleiben  erst  noch  jene  gewissen  Reste  innerer  Unfreiheit
unseres  fachlichen  Denkens  zurück.  Ganz  verstohlen  lastet  da  auf  ihm,
was  sich  in  der  Folge  noch  deutlicher  enthüllen  wird,  als  der  Zwang
„problemstarren“  Erkennens.  Gewiß  sind  diese  Reste  schon  in  der
Auflösung  begriffen.  Immerhin,  wenn  auch  nur  an  dieser  einen  Stelle,
es  gilt  im  Grunde  doch,  ein  rühmliches  Beginnen  Max  Webers  fortzusetzen ­
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