Full text : Wirtschaft als Leben

Methodologische  Glossen,  XVI.

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finden  soll,  bis  sich  die  Wirklichkeit  theoretisch  nur  mehr  in  einer
Zeichnung  aus  eitel  Hilfslinien  spiegelt,  nein!  Fiktionen,  der  Erkenntnis
hilfreich  zur  Seite,  das  ist  schön;  Fiktionen  im  Dienste  der  Technik,
das  ist  schön  und  gut;  aber  Fiktionen  einfach  an  Stelle  aller  Erkenntnis,

das  ist  übell
Wo  in  aller  Welt  steht  es  geschrieben,  daß  unsere  Theorie  die
wirtschaftlichen  Zusammenhänge  grundsätzlich  nur  vom  Objekt  her
aufrollen  soll?  Gerade  dies  entspricht  aber  dem  starren  Schema  der
Stoffbehandlung  in  der  herkömmlichen  Theorie,  im  Sinne  der  „Güterlehre“. ­
  Mit  der  beschönigenden  Deutung,  so  verlange  es  eben  der
„Zwang  zur  isolierenden  Abstraktion“,  ist  es  ja  wirklich  nichts.
Welcherart  Zwang  hier  tatsächlich  waltet,  kommt  bald  zur  Sprache.
Vorher  soll  aber  einiges  Wasser  in  den  allzu  starken  Wein  dieser
Kritik  am  Herkömmlichen  gegossen  werden.  Einmal  möge  es  um
einen  Grad  verständlicher  werden,  warum  die  Theorie  von  heute  an
ihrem  Vorgehen  festhält  und  auch  festhalten  zu  müssen  glaubt;  denn
jene  methodologische  Ansicht  von  der  Allgewalt  der  „isolierenden
Abstraktion“  steht  gewiß  nicht  allein  hinter  jenem  schier  unerschütterlichen ­
  Glauben;  das  setzt  bei  jeglichem  Theoretiker  Methodologie,  also
zuviel  voraus.  Zweitens  aber  darf  man  der  Theorie  von  heute  nicht
die  Anerkenntnis  vorenthalten,  wieviel  sie  trotz  aller  Verschrobenheit
zu  leisten  wußte,  wenigstens  in  Einzelheiten  der  Erkenntnis.

XVI.
Was  die  „Güterlehre“  überhaupt  leistet  sei  kurz  überschlagen
Für  die  Erkenntnis  leistet  die  herkömmliche  Theorie  als  G * n * es
allzuviel.  Wenn  sie  uns  vom  Wirtschaftsleben  stets  nur-  den  |  Kolpo>  ageroman
  des  „Güterlebens“  zu  erzählen  weiß,  das  hat  mch  sUberwalügendes ­
  an  sich.  Für  die  Empirie  unserer  Wissenschaft  selber  aber  est
sie  platterdings  nichts.  Der  echte  Empiriker,  er  orsc  er  “  sje ’
merkt  den  „Kommerzialismus“  der  Theorie  eraus  un  Denken
Sie  selber  hätte  zwar  den  Ehrgeiz,  für  alles  nationalokonomische  Denke
überhaupt  die  Grundlage  zu  erarbeiten.  Die  „Grundbegriffe  will  sie
ja  festlegen.  An  dieser  Absicht  gemessen  nehmen  sich  aber  ihre
„Lehren“  als  ein  trefflicher  Wortwitz  aus,  angesichts  ihrer  theorienspeienden ­
  Artung  und  daraus  folgenden  Selbstvernemung  Der
Empiriker  gebraucht  die  fraglichen  Worte,  vom  „Wert  angefangen,
in  der  harmlosesten  Unbekümmertheit,  einfach  in  ihrem  Alltagssinn,
also  i m  wechselnden  Sinn,  gemäß  dem  ganzen  Zusammenhang,  im
            
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