676
,Die Wirtschaftliche Dimension“,
wirtschaftlichen Größen. Allein, auf diesem rein empirischen Wege
gelingt die Läuterung unserer fachlichen Theorie doch nur scheinbar.
Nach wie vor wird unbeirrt danach gefragt, was „Kapital“ ist, was
„Grundrente“, was „Produktivität“, und so weiter. Nach wie vor
räumt dies einem Kreise vorgegebener Worte, den sogenannten
„Grundbegriffen“, die Vollmacht ein, dem theoretischen Denken zu
gleich die erste Einstellung und die letzte Ausrichtung zu geben. Und
hier käme es doch offenbar darauf an, daß man an Stelle dessen
die grundlegendsten Probleme der Theorie in ge
schlossenem Zusammenhang entwickelt! So aber stammelt
man immerzu diese Worte in fragender Form. Bloße Worte vertreten die
Probleme, begraben sie unter sich. Wenn also auch die Wertlehre stirbt, das
„wortgebundene“ Denken und Erkennen nicht mit ihr. So bliebe es auch mit
allen Schäden dieser Denkweise beim alten; darum muß Kritik eingreifen.
Weniger das Quantum als das Quäle der Erkenntnis, die auf
so naivem Wege gesucht wird, leidet durch diese Naivität Schaden.
Selbst in der Wertlehre, wo so viel redliches Streben nach Erkenntnis
schuldlos in die Irre geht, weil es dem Trug des Wortes zum Opfer
fällt, selbst da vermag die nachprüfende Kritik immer noch eine reiche
Ernte einzuheimsen, an zum Teil schätzbarster Erkenntnis. Aber dieser
Erkenntnis, hier und in den anderen „Lehren“, mangelt einmal schon
der rechte Zusammenhang. Daran fehlt es innerhalb der eigenen
Wissenschaft, fehlt es nicht minder auch nach anderen Wissenschaften
hin, soweit sie gemeinsam die erlebte Wirklichkeit geistig zu bewältigen
suchen. Beim Ausgang vom Worte, statt von klar entwickelten Pro
blemen auszugehen, kommt als Ergebnis nichts heraus, was nicht als
fachliche Theorie unfruchtbar, als Erkenntnis an sich aber fachwissen
schaftlich verschroben wäre. Besonders darüber habe ich mich in einer
kürzlich erschienenen Schrift ausgesprochen; ihr Titel sagt es, wohin
der Weg ins Freie geht: „Freiheit vom Worte“l
Aber es lauern noch andere Schäden hinter dieser Bindung an
das Wort. Ihnen kommt man richtig nur bei, sofern man den Dingen
da und dort, an einigen Stellen wenigstens, ganz auf den Grund geht..
Weder vor der verzweifeltsten Haarspalterei darf man dann zurück
schrecken, noch vor den weitesten Umwegen, wenn bloß diese in den
Kern der Sache Einlaß gewähren. Diese Untersuchungen geben sich
dazu her. Weil sie aber darüber schier ungenießbar werden, besonders
die vorliegende, bedürfen sie gleichsam eines Vorschusses an Recht
fertigung. Deshalb nehme ich hier eines ihrer letzten Ergebnisse
in Kürze vorweg, mit der Andeutung, was sich als der eigentliche
Schaden wortgebundenen Denkens herausstellen soll.