Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Wirtschaftliche  Dimension“,

wirtschaftlichen  Größen.  Allein,  auf  diesem  rein  empirischen  Wege
gelingt  die  Läuterung  unserer  fachlichen  Theorie  doch  nur  scheinbar.
Nach  wie  vor  wird  unbeirrt  danach  gefragt,  was  „Kapital“  ist,  was
„Grundrente“,  was  „Produktivität“,  und  so  weiter.  Nach  wie  vor
räumt  dies  einem  Kreise  vorgegebener  Worte,  den  sogenannten
„Grundbegriffen“,  die  Vollmacht  ein,  dem  theoretischen  Denken  zugleich ­
  die  erste  Einstellung  und  die  letzte  Ausrichtung  zu  geben.  Und
hier  käme  es  doch  offenbar  darauf  an,  daß  man  an  Stelle  dessen
die  grundlegendsten  Probleme  der  Theorie  in  geschlossenem ­
  Zusammenhang  entwickelt!  So  aber  stammelt
man  immerzu  diese  Worte  in  fragender  Form.  Bloße  Worte  vertreten  die
Probleme,  begraben  sie  unter  sich.  Wenn  also  auch  die  Wertlehre  stirbt,  das
„wortgebundene“  Denken  und  Erkennen  nicht  mit  ihr.  So  bliebe  es  auch  mit
allen  Schäden  dieser  Denkweise  beim  alten;  darum  muß  Kritik  eingreifen.
Weniger  das  Quantum  als  das  Quäle  der  Erkenntnis,  die  auf
so  naivem  Wege  gesucht  wird,  leidet  durch  diese  Naivität  Schaden.
Selbst  in  der  Wertlehre,  wo  so  viel  redliches  Streben  nach  Erkenntnis
schuldlos  in  die  Irre  geht,  weil  es  dem  Trug  des  Wortes  zum  Opfer
fällt,  selbst  da  vermag  die  nachprüfende  Kritik  immer  noch  eine  reiche
Ernte  einzuheimsen,  an  zum  Teil  schätzbarster  Erkenntnis.  Aber  dieser
Erkenntnis,  hier  und  in  den  anderen  „Lehren“,  mangelt  einmal  schon
der  rechte  Zusammenhang.  Daran  fehlt  es  innerhalb  der  eigenen
Wissenschaft,  fehlt  es  nicht  minder  auch  nach  anderen  Wissenschaften
hin,  soweit  sie  gemeinsam  die  erlebte  Wirklichkeit  geistig  zu  bewältigen
suchen.  Beim  Ausgang  vom  Worte,  statt  von  klar  entwickelten  Problemen ­
  auszugehen,  kommt  als  Ergebnis  nichts  heraus,  was  nicht  als
fachliche  Theorie  unfruchtbar,  als  Erkenntnis  an  sich  aber  fachwissenschaftlich ­
  verschroben  wäre.  Besonders  darüber  habe  ich  mich  in  einer
kürzlich  erschienenen  Schrift  ausgesprochen;  ihr  Titel  sagt  es,  wohin
der  Weg  ins  Freie  geht:  „Freiheit  vom  Worte“l
Aber  es  lauern  noch  andere  Schäden  hinter  dieser  Bindung  an
das  Wort.  Ihnen  kommt  man  richtig  nur  bei,  sofern  man  den  Dingen
da  und  dort,  an  einigen  Stellen  wenigstens,  ganz  auf  den  Grund  geht..
Weder  vor  der  verzweifeltsten  Haarspalterei  darf  man  dann  zurückschrecken, ­
  noch  vor  den  weitesten  Umwegen,  wenn  bloß  diese  in  den
Kern  der  Sache  Einlaß  gewähren.  Diese  Untersuchungen  geben  sich
dazu  her.  Weil  sie  aber  darüber  schier  ungenießbar  werden,  besonders
die  vorliegende,  bedürfen  sie  gleichsam  eines  Vorschusses  an  Rechtfertigung. ­
  Deshalb  nehme  ich  hier  eines  ihrer  letzten  Ergebnisse
in  Kürze  vorweg,  mit  der  Andeutung,  was  sich  als  der  eigentliche
Schaden  wortgebundenen  Denkens  herausstellen  soll.
            
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