Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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jenes Mannes auch diese Existenzgrundlage, die für den, welcher 
sie gewährte, ein besseres Zeugniss war, als für den, welcher 
sie angenommen hatte. Nach dem eignen Bericht St. Simons 
von 1812 sah er sich in diesem Zeitpunkt auf das Aeusserste 
gebracht. Seit 14 Tagen lebe er von Brod und Wasser und 
arbeite ohne Heizung. Doch fügt er hinzu, dass er sogar seine 
Kleider verkauft habe, um Abschriften bezahlen zu können. 
Man sieht hieraus, dass seine Einrichtung so widersinnig als 
möglich gewesen sein muss, und dass ihn das Wahngebilde der 
Ziele seiner Arbeiten bis zu dem Grade beherrschte, um die 
allereinfachste Eintheilung und Anordnung seiner Oekonomie 
unmöglich zu machen. Er hungerte, fror und bezahlte Ab 
schriften, — hierin liegt ein Zug, den Niemand anders als pa 
thologisch zu erklären vermag. Analogen Erscheinungen begegnet 
man im Leben häufig genug; allein die Th at sache, dass sich 
derjenige, welcher seinen Ausgangspunkt von den ernsteien 
Wissenschaften genommen haben wollte, in dieses passive, auf 
das Mitleid, um nicht zu sagen auf die höheren Formen des 
Bettels angewiesene Fortleben zu ergeben vermochte, bedarf 
einer Erklärung. Die letztere liegt nun nahe genug, wenn man 
sich nur entschliesst, sie in dem religiösen Affect zu suchen, 
dessen Signatur schon sehr früh und nicht etwa erst in den 
letzten Erzeugnissen zu erkennen ist. Dieser Afiect hatte die 
Gestalt einer weichen und zur Duldung geneigten Hingebung. 
Hiezu kam die dominirende und alle andern Regungen ver 
schlingende Leidenschaft für die Theorie, die der Verwirklichung 
der Ziele jenes Affects dienstbar werden sollte. 
Was Charaktere anderer Art nicht erdulden, konnte daher 
nicht die Ursache gewesen sein, die einen St. Simon 1823 dazu 
vermochte, sich durch eine unsicher dirigirte Kugel um ein | 
Auge und einen Theil seiner Kräfte zu bringen. Der ehemalige 
Oberst, der Träger eines der hocharistokratischen Namen Frank 
reichs hatte in einer verzweiflungsvollen Nacht zu allen Er 
fahrungen und Enttäuschungen auch noch diejenige eines ver 
fehlten freiwilligen Todes hinzugefügt. Dieses traurige Experi 
ment, welches allem Anschein nach die erste erhebliche Hand 
lung war, die nicht zur Bereicherung der Erfahrung unternom 
men wurde, hat trotz alledem und gegen den Willen des Ur 
hebers eine Wendung eingeleitet, durch welche sich der 
Schwächepunkt des ganzen Bestrebens deutlicher als jemals 
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