Full text : Wirtschaft als Leben

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,Der  Wertgedanke“,

teil  darüber  an  die  Hand,  wie  dieses  Singularobjekt  zu  erledigen  sei.
Dieses  Urteil  aber  gewinnt  für  ihn,  der  in  den  übrigen  „Werttheorien“
nur  die  anderweitigen  Erledigungen  des  nämlichen  Objektes
„Wert“  ersehen  kann,  die  Bedeutung  eines  zwingenden  Vorurteils
bei  der  Würdigung  jener  anderen  „Beiträge  zur  Wertlehre“.  Wenn  er
nun  diese  anderweitigen  Erledigungen  von  jener  abweichen  sieht,  die
ihm  als  die  richtige  erscheinen  muß,  und  die  eben  mit  der  eigenen
oder  angeeigneten  „Werttheorie“  vorliegt,  und  dies  in  Punkten,  wo  sie
offenbar  übereinstimmen  sollten,  im  besonderen  also  bei  der  Antwort
auf  die  Frage  „Was  ist  der  Wert?“:  dann  kann  er  erst  gar  nicht  auf
den  Zweifel  verfallen,  ob  es  sich  bei  den  verschiedenen  „Beiträgen  zur
Wertlehre“  in  der  Tat  um  das  Eine,  für  jedermann  nämliche  Objekt
handle.  Denn  unter  dem  Zwange  jenes  Vorurteils  müssen  ihm  diese
Abweichungen  von  Haus  aus  als  Fehler  erscheinen,  deren  sich
jene  anderweitigen  Erledigungen  schuldig  machen.  Als  Fehler,  die
zwar  der  Tatsache  nach  im  Rahmen  der  „Wertlehre“  störend  wirken,
im  übrigen  aber  nicht  das  mindeste  an  dem  grundsätzlichen  Verhältnis
ändern  können,  daß  es  die  „Wertlehre“  mit  dem  Einen,  für  jedermann
nämlichen  Objekt  zu  tun  habe.  So  bringt  es  gerade  die  stille  Geltung
des  Wertgedankens  zuwege,  ihn  in  seiner  Verborgenheit  vor  allem
Zweifel  gefeit  zu  erhalten,  und  zugleich  erscheinen  dabei  die  seltsamen
Zustände  der  „Wertlehre“  in  einem  harmlosen  Lichte:  als  etwas,  das
an  sich  zwar  beklagenswert  ist,  aber  keinerlei  kritische  Bedenken  wachruft ­
  !).

*)  Ganz  im  Sinne  der  Auffassung,  welche  die  Verhältnisse  der  „Wertlehre“  unter
der  Herrschaft  der  herkömmlichen  Anschauung  mit  Notwendigkeit  erfahren,  ist  auch  das
Verhalten  der  Theoretiker  gegenüber  den  fremden  „Werttheorien“,  wo  diese  von  der
eigenen  oder  angeeigneten  inhaltlich  abweichen.  Im  besonderen  auch,  soweit  es  die
Antwort  auf  die  Frage  „Was  ist  der  Wert?"  betrifft.  Dreifach  ist  da  die  Art,  in  der
wir  die  Vertreter  einer  eigenen  Werttheorie  die  Aussagen  der  fremden  angreifen  sehen.
Die  abweichende  Antwort  auf  jene  Frage  wird  zum  Ersten  als  Definitionsfehler
hingestellt.  Man  sieht,  die  Einheit,  die  Nämlichkeit  des  Objektes  „Wert“  wird  hier  in
der  Einheit  und  Nämlichkeit  des  Definiens  erblickt,  wobei  das  Definitum,  wie  es  aus
der  eigenen  „Werttheorie“  hervorgeht,  als  Kriterium  der  Richtigkeit  im  Definieren  gehandhabt
  wird.  In  diesem  Sinne  sagt  z.  B.  Zuckerkandel  (Z.  Th.  d.  Pr.  S.  51):
„Die  von  Galiani  gegebene  Definition  des  Wertes  ist  unrichtig.“  Es  klingt  schon
mehr  die  (gleich  zu  erörternde)  zweite  Art  des  Angriffes  heraus,  wenn  Zuckerkandel
an  einer  anderen  Stelle  (a.  a.  O.  S.  45)  sagt:  „Will  man  die  Kaufkraft  aus  menschlichen ­
  Erwägungen  heraus  erklären,  so  muß  man  zunächst  wissen,  was  man  unter  Wert
zu  verstehen  hat.  Welche  Momente  Zusammentreffen  müssen,  damit  eine  Sache  Wert
erhalte,  dies  war  der  Wissenschaft  bald  klar  geworden,  und  man  hielt  allgemein  mit
Recht  daran  fest,  daß  der  Wert  entsteht,  sobald  eine  Sache  Nützlichkeit  und  Seltenheit
besitzt.  Damit  war  aber  noch  nicht  gegeben,  was  der  Wert  ist.  Lange  verstand  man
            
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