2. Die Verhältnisse auf dem Warenmärkte.
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gewaltige Nachfrage für viele Industrien, und sobald aus irgendwelchen
Gründen, welche wir noch genauer kennen lernen werden,
der Bau von Häusern nachläßt, so muß dieses die Absatzmöglichkeit
und damit die Beschäftigung in zahlreichen Industrien höchst ungünstig
beeinflussen. Es läßt sich nun leicht zeigen, wie in den
Zeiten einer rückläufigen Konjunktur, vor allem in den allerletzten
Zeiten der Hausse, auch die Beschäftigung auf dem Baumarkte nachzulassen
beginnt. Ob dies die Ursache, die Folge oder nur eine
beiläufige Erscheinung des Konjunkturwandels ist, wird später noch
zu erörtern sein. An dieser Stelle kommt es einstweilen nur darauf
an, ein Bild von den Tatsachen zu geben. Zwar fehlt bei uns he-*
dauerlicherweise eine einheitliche Reichsstatistik, der man ein Bild
von den Bewegungen auf dem Baumarkte entnehmen könnte. Man
muß auch hier zu Aushilfsmitteln greifen, die aber ausreichend sind,
das Auf und Ab im Häuserbau zahlenmäßig darzustellen. Die folgende
Tabelle gibt ein Bild von der Beleihung des Bodens durch die
Hypothekenbanken und von der Größe des Pfandbriefumlaufes derselben
:
Es betrug am Ende der angeführten Jahre bei den deutschen
Hypothekenbanken in Millionen Mark:
Jahr
der
Pfandbriefumlauf
die
Hypothekendarlehen
Jahr
der
Pfandbriefumlauf
die
Hypothekendarlehen
1896
5 164,8
5 454,6
1905
8 227,9
8 473,0
1897
5 579,0
5 909,3
1906
8 568,9
8 868,7
1898
5 865,0
6 207,9
1907
8 830,7
9 155,6
1899
6 241,4
6 574,4
1908
9 311,9
9 551,4
1900
6 362,1
6 586,8
1909
9 835,3
10101,7
1901
6 531,9
6 738,9
1910
10 316,8
10 623,3
1902
6 836,6
7 047,7
1911
10 792,9
11153,4
1903
7 288,1
7 495,5
1912
10 969,4
11 390,6
1904
7 723,0
7 943,1
1913
10 983,9
11398,4
Man erkennt deutlich, daß in den Perioden, in welchen die rückläufige
Konjunktur einzusetzen beginnt, die Mittel, welche von seiten
der Hypothekenbanken dem Baumarkt zur Verfügung gestellt wurden,
knapper zu werden begannen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß auch
die Bewegung auf dem privaten Hypothekenmarkt eine ähnliche Entwicklung
durchmacht. In den Zeiten einer aufstrebenden Konjunktur
werden also dem Baumarkt zunächst steigende Mittel zu Gebote gestellt.
Wenn die Konjunktur ihren Höhepunkt erreicht hat und umzuwenden
beginnt, dann ändert sich auch hier das Bild. Es hängt
das mit Verschiebungen zusammen, welche sich am Ende der Hochkonjunktur
auf dem Kapital- und Geldmärkte zu vollziehen pflegen.