Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

2.  Die  Verhältnisse  auf  dem  Warenmärkte.

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Gegensatz  zu  der  Produktion  an  Kapitalgütern  die  Produktion  der
übrigen  Güter  weit  weniger  von  den  Schwankungen  der  Konjunkturen
beeinflußt  wird.  Eine  Bestätigung  dieser  Ergebnisse  bietet  ihm  dann
noch  die  Tatsache,  daß  die  Statistik  des  englischen  Arbeitsmarktes
ergibt,  daß  bei  einem  Niedergang  der  Konjunktur  die  Arbeitslosigkeit
in  den  Produktionsmittelindustrien  eine  weit  stärkere  ist  als  in  denjenigen ­
  Industrien,  welche  für  den  unmittelbaren  Konsum  produzieren. ­
  Auf  solchen  Wegen  muß  inan  versuchen,  diese  Zusammenhänge ­
  darzustellen,  da  für  eine  unmittelbare  Erfassung  der  Wandlungen ­
  in  der  Produktion  von  Genußgütern  kein  statistisches  Material
zur  Verfügung  steht.
Entsprechend  diesem  Wandel  in  der  Produktion  zeigen  sich  auch
im  Ablaufe  der  Konjunktur  Änderungen  in  der  Größe  des  Verbrauchs. ­
  Freilich  gilt  auch  von  der  Konsumtionsstatistik'  das
gleiche,  was  oben  von  der  Produktionsstatistik  gesagt  worden  ist.
Auch  die  Konsumtionsstatistik  ist  allenthalben  etwas  sehr  Unvollkommenes, ­
  und  wenn  wir  von  der  landwirtschaftlichen  Produktion,
welche  nicht  hierher  gehört,  absehen,  so  gibt  sie  nur  einigermaßen
brauchbare  Angaben  für  den  Bergbau  und  die  Montanindustrie  und
für  einige  Genußmittel,  für  welche,  wie  für  Tabak 1 ,  Branntwein, ­
  Bier,  Salz,  sich  auf  Grund  der  Besteuerung  eine  einfache ­
  Feststellung  des  Verbrauches  ermöglichen  läßt.  Auch  die  in
der  folgenden  Tabelle  gegebenen  Zahlen  für  den  Verbrauch  einiger
im  Auslande  erzeugten  Waren  können  auf  unbedingte  Zuverlässigkeit
keinen  Anspruch  machen.  Denn  sie  sind  auf  Grund  der  Einfuhrstatistik ­
  berechnet  und  können  deshalb  kein  zureichendes  Bild  davon
geben,  welcher  Teil  der  Einfuhr  des  betreffenden  Jahres  auch  in  dem
gleichen  Jahre  in  den  Konsum  übergegangen  ist.  Denn  eine  einfache
Überlegung  zeigt,  daß  der  Verbrauch  an  solchen:  Waren  auch  aus  der
Einfuhr  des  Vorjahres  herrühren  kann,  oder  daß  umgekehrt  die  Einfuhrmengen ­
  eines  Jahres  erst  in  dem  darauffolgenden  Jahre  in  den
Konsum  übergehen.

Es  betrag  in  Deutschland  der  Verbrauch  pro  Kopf  der  Bevölkerung  an:

Jahr

Steinkohlen ­

kg

Roheisen
kg

Zink,
Blei  und
Kupfer
kg

Baumwolle, ­

rohe
kg

Reis
kg

Roher
Kaffee  -
kg

Ausländische ­

Gewürze
kg

1896

1502

123

5,86

4,85

2,41

2,46

0,17

1897

1576

133

6,31

5,36

2,35

2,53

0,17

1898

1614

136

6,94

6,30

2,51

2,80

0,15

1899

1693

154

6,96

5,71

2,58

2,81

0.17

1900

1802

162

7,24

5,48

2,00

2,85

0,14

1901

1744

137

6,50

5,73

2,13

3,01

0,16
            
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