Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

4.  Der  Kapital-  und  Geldmarkt.

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junktunvandels  darzustellen.  Das  hängt  vor  allem  damit  zusammen,
daß  innerhalb  der  Kreditbanken  selbst  hinsichtlich  ihrer  Geschäfte
und  geschäftlichen  Politik,  auch  hinsichtlich  ihres  Aufgabenkreises
dem  Wirtschaftsleben  gegenüber  keine  solche  Gleichmäßigkeit
herrscht,  wie  es  bei  den  Notenbanken  und  wie  es  vor  allem  bei  einer
bestimmten  Notenbank  der  Fall  ist.  Es  kommt  ferner  noch  hinzu,
daß  der  Geschäftskreis  der  Kreditbanken  ein  viel  mannigfaltigerer
ist,  als  derjenige  einer  Notenbank.  Da  nun,  wie  schon  öfters  bemerkt,
auch  gleichartige  Konjunkturen,  Hausse  und  Depression,  in  ganz  verschiedenen ­
  Formen  auftreten  können,  da  das  gleiche  auch  von  dem
Wandel  der  Konjunktur  gilt  —  es  sei  nur  an  das  oben  über  die  Systematik ­
  der  Krisen  Gesagte  erinnert  —  so  müssen  die  Beziehungen
zwischen  Konjunkturwandel  und  der  Lage  und  den  Aufgaben  der
Kreditbanken  viel  mannigfaltigere  sein,  als  es  zwischen  jenem  und
der  Lage  einer  bestimmten  Notenbank  der  Fall  ist.
Trotzdem  soll  der  Versuch  gemacht  werden,  auch  hier  in  aller
Kürze  wenigstens  das  wesentliche  aus  diesen  Zusammenhängen
zwischen  Konjunkturwandel  und  Lage  der  Kreditbanken  zur  Darstellung ­
  zu  bringen.
Neben  der  vorhin  gegebenen  sachlichen  Aufzählung  der  bei  den
Kreditbanken  vorkommenden  Geschäfte  kann  man  auch,  was  für  die
Zwecke  der  vorliegenden  Betrachtung  wichtig  ist,  diese  Geschäfte  in
Aktiv-  und  Passivgeschäfte  einteilen.  Von  den  ersteren  spricht  man
dort,  wo  die  Bank  als  Gläubigerin,  von  den  letzteren  dort,  wo  sie  als
Schuldnerin  auftritt.
Die  Hauptaufgabe  der  Kreditbanken  vom  Standpunkte  dev  Volkswirtschaft ­
  aus  betrachtet,  liegt,  wie  es  ja  schon  der  Name  ausdrückt,
in  der  Kreditvennittlung.  Auf  der  einen  Seite  nimmt  sie  im  Passivgeschäft ­
  von  ihren  Kunden  Gelder  gegen  Zinsvergütung  in  Verwahrung, ­
  und  auf  der  anderen  Seite,  im  Aktivgeschäft,  leiht  sie  dann
diese  Beträge  in  den  allerverschiedensten  Formen  gegen  Zinsvergütung
wieder  aus.
Es  sind  vor  allem  zwei  Quellen,  aus  welchen  den  Kreditbanken
diese  fremden  Gelder,  welche  sich  im  sogenannten  Kreditorenkonto ­
  vorfinden,  zufließen.  Einmal  sind  es  solche  Einlagen,  welche
den  Charakter  von  Spargeldern  haben  und  dann  sind  es  solche,  welche
sich  in  erster  Linie  aus  vorübergehenden  Guthaben  der  Geschäftswelt ­
  zusammensetzen.  Diese  letzteren  aus  der  Geschäftswelt  herrührenden
  Einlagen  sind  es  dann,  die,  wie  wir  noch  sehen  werden,
im  Laufe  der  Konjunktur  vor  allem  erheblichen  Schwankungen  ausgesetzt ­
  sind.  Denn  in  den  Zeiten  einer  aufsteigenden  Konjunktur
bedürfen  Handel  und  Industrie  aller  verfügbaren  Mittel,  so  daß  in
            
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