258 Vierter Abschnitt. Konjunkturprognose und Konjunkturpolitik.
Es betrug bei den folgenden Gesellschaften der Betrag in
Millionen Mark 1 ) an:
1910-11
1911—12
1912-13
bei 17
gemischten Werken
Abschreibungen . . .
75,94
94,93
110,55
Reingewinn ....
97,85
111,87
121,25
Dividende
76,71
88,78
98,39
bei 11 Kohlenwerken
Abschreibungen . . .
26,06
25,97
31,09
Reingewinn ....
31,57
34,61
43,20
Dividende
28,42
30,61
38,67
bei 10 Eisen- und Stahlwerken
Abschreibungen . . .
12,22
15,92
20,33
Reingewinn ....
16,83
21,66
30,13
Dividende
12,65
17,29
21,40
bei 3 Zinkhütten
Abschreibungen . . .
7,57
8,61
9,85
Reingewinn
16,04
16,28
14,78
Dividende
14,08
13,49
14,30
bei allen 41
Gesellschaften zusammen
Abschreibungen . . .
121,79
144,93
171,82
Reingewinn ....
162,29
184,32
209,36
Dividende
131,86
150,17
172,76
Wenn man diese Aufstellung genauer ansieht, so bemerkt man,
daß der Betrag der Abschreibungen allein bei allen Gesellschaften
zusammen fast die Höhe der Summe erreicht, welche für Dividenden
zwecke zur Verfügung gestellt wurde. Bei den 17 gemischten Werken
war die Summe der Abschreibungen sogar noch wesentlich höher.
Die Bedeutung einer derartigen Bilanz- und Dividendenpolitik
ist für das vorliegende Problem einer Konjunkturbeeinflussung
eine doppelte. Es liegt einmal auf der Hand, daß damit eine innere
Stärkung der betreffenden Unternehmung den Zeiten und Anforde
rungen eines Konjunkturrückganges gegenüber verbunden ist. Ein
Unternehmen wird bei dem Eintritt eines Konjunkturrückganges
oder einer Krise um so weniger gefährdet sein, über je größere
stille und offene Reserven es verfügt. Es wird dann um so eher
imstande sein, Verluste, welche es in solchen Zeiten durch Ent
wertung der Lagerbestände oder durch Zahlungseinstellungen von
Schuldnern treffen, zu überwinden. Es ist von manchen Groß
banken, vor allem von der Deutschen Bank, bekannt, daß sie auf
l ) Berechnet nach der Frankf. Zeitung: „Die Montanindustrie 1912/13 1 '
Erstes Morgenblatt vom 29. November 1913. Bei einer Reihe von Gesell
schaften liegen die Geschäftsjahre 1910, 1911 und 1912 zugrunde.