Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

2.  Die  Konjunktur  während  und  nach  dem  Kriege.

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In  ihren  „statistischen  Zusammenstellungen“  teilte  die  Metallgesellschaft ­
  und  Metallbank 1 )  u.  a.  mit:  „Während  die  Kapazität
der  Erde  zur  Zeit  Produktionsmittel  für  einen  Jahresumsatz  von
mehr  als  4  Milliarden  kg  Nichteisenmetalle  aufweist,  ist  der  Konsum ­
  und  damit  die  tatsächliche  Produktion  auf  einen  Jahresumsatz
von  2  Milliarden  kg  eingeschränkt  worden.  Die  Krise  erstreckt  sich
auf  mehr  als  50  o/o  der  vorhandenen  Produktivität,  bei  Einbeziehung
der  Altmetalle  und  Metallabfälle  auf  nur  25  o/o.  Dagegen  pflegten
Krisen  vor  dem  Kriege  kaum  10  o/o  zu  lähmen.“  Während  im  Jahre
1901  auf  Europa  von  dem  industriellen  Verbrauch  dieser  Metalle
knapp  zwei  Drittel  entfielen,  betrug  im  Jahre  1921  dieser  Anteil
noch  knapp  die  Hälfte.  Die  folgende  Zahlenreihe  soll  von  dieser  Entwicklung ­
  des  Verbrauches  ein  Bild  geben.

Es  betrug  der  industrielle  Verbrauch  in  Millionen  kg:

1912—13

1914—18

1918-21

überhaupt ­


in  Europa
davon  °/ 0

überhaupt ­


in  Europa
davon  °/ 0

überhaupt ­


in  Europa
davon  °/ 0

Blei

1207

60

1164

49

894

43

Kupfer  .  .  .  !

1067

59

1295

45

789

37

Zink  .  .  .  .

1009

68

901

55

605

51

Zinn  ....

129

53

122

39

106

40

Aluminium.

65

51

129

51

133

41

Zusammen.

3477

62

3611

-  49

2527

43

Bei  diesen  krisenhaften  Erscheinungen  innerhalb  der  ganzen
Weltwirtschaft  handelt  es  sich  jedoch  nicht  allein  um  einen  geringeren ­
  Verbrauch  an  solchen  Rohstoffen.  Ganz  allgemein  ist  vielmehr ­
  die  Kaufkraft,  vor  allem  in  den  valutaschwachen  Ländern,
zurückgegangen,  eine  Tatsache,  unter  welcher  auch  die  Fertigwarenindustrie ­
  zu  leiden  hat.  Aus  der  Außenhandelsstatistik  läßt  sich  ein
deutliches  Bild  dieser  Wandlungen  gewinnen.
Die  Welt  ist  eben  auf  Grund  ihrer  vorhandenen  Produktionsmittel ­
  auf  größere  Produktionsleistungen  eingestellt,  als  es  der  derzeitigen ­
  Aufnahmefähigkeit  des  Weltmarktes  entspricht.
Soweit  diese  krisenhaften  Zustände  auf  diesen  eben  geschilderten ­
  Tatsachen  beruhten,  konnten  sie  nicht  einmal  dadurch  behoben ­
  werden,  daß.  in  den  betreffenden  Ländern  die  Erzeugung  auf
ein  den  Absatzverhältnissen  entsprechendes  Maß  eingeschränkt  wurde.
Denn  das  hätte  ja  ein  Brachliegen  vorhandener  Produktionsmittel, ­
  also  eine  dauernde  Krise  bedeutet.  Eine  Besserung  der

*)  23.  Jahrgang  (1912/1921).
            
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