Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

2.  Die  Konjunktur  während  und  nach  dem  Kriege.

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des  deutschen  Vermögens,  der  ohne  Schaden  an  das  Ausland  übertragen ­
  werden  kann,  und'  die  erste,  nicht  die  zweite  Frage,  bildete
das  Hauptziel  der  Untersuchungen  des  Komitees.“
Es  gehört  nicht  in  den  Rahmen  dieser  Ausführungen,  zu  prüfen,
in  welchem  Umfange  die  Überführungsstelle  auch  imstande  sein
wird,  ohne  Gefährdung  der  deutschen  Währung  den  nötigen  Devisenbetrag ­
  an  das  Ausland  abzuführen.  Die  Erfahrung  muß  zeigen,  ob
das  ohne  wirtschaftliche  Störungen  auch  für  andere  Länder  möglich ­
  ist,  oder  ob  sich  an  die  Weltkrise,  die  ihre  Hauptursache  in
dem  Verfall  der  deutschen  Währung  hatte,  im  Zusammenhang  mit  den
Reparationsleistungen  andere  schwere  krisenhafte  Störungen  in  der
Weltwirtschaft  anschließen  werden.  Es  sind  das  Fragen,  auf  welche
im  Schlußabschnitt  noch  kurz  eingegangen  werden  wird,  wo  von  den
Einflüssen  die  Rede  ist,  welche  die  Durchführung  der  Gutachten
und  des  Londoner  Protokolls  auf  die  weitere  Entwicklung  der  Konjunktur ­
  ausüben  werden.
Es  ist  oben  gesagt  worden,  und  die  ganzen,  eben  dargelegten
Zusammenhänge  beruhten  ja  auf  dieser  Tatsache,  daß  die  Verschlechterung ­
  einer  Währung  belebend  auf  das  Wirtschaftsleben  eines
Landes  wirkt,  nicht  nur  die  Ausfuhr  erleichtert  und  die  Einfuhr
einschränkt,  sondern  auf  dem  Binnenmärkte  absatzfördernd  wirkt.
Dazu  ist  aber  jetzt  eine  wichtige  Einschränkung  zu  machen.
Ob  und  in  welchem  Maße  nämlich  das  eben  Gesagte  zutrifft,
hängt  in  hohem  Grade  davon  ab,  in  welchem  Tempo  sich  die  Geldentwertung ­
  vollzieht.  Das  kann  auch  in  einem  solchen  Ausmaße
und  in  einer  solchen  Schnelligkeit  sich  vollziehen,  daß  die  sich
daraus  ergebenden  Schwierigkeiten  für  den  Zalilungs-  und  Kreditverkehr, ­
  daß  die  daraus  entspringende  Unmöglichkeit  jeder  geschäftlichen ­
  Kalkulation  einen  solchen  Druck  auf  das  ganze  Geschäftsleben ­
  ausübt,  daß  dadurch  die  oben  erwähnten  günstigen
Momente  einer  Geldentwertung  für  die  Geschäftslage  mehr  als  ausgeglichen ­
  werden  können.  Diese  Beobachtung  konnte  man  in  Deutschland ­
  in  den  letzten  Monaten  vor  Einführung  der  Rentenmark
machen.
Hahn 1 )  hat  für  Deutschland  drei  Stadien  der  Geldentwertung
unterschieden.  Die  erste  Phase  reichte  etwa  bis  zum  Frühjahr  1922,
die  zweite  bis  zum  Zusammenbruch  der  Stabilisierung  im  Frühjahr ­
  1923,  die  dritte  bis  zum  15.  November  1923,  dem  Tage  der
Ausführung  des  Rentenbankprojektes.  „In  der  ersten  stieg  der
1 )  Unsere  Währungslage  im  Lichte  der  Geldtheorie.  Frankfurt  a.  M.  1924.
            
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