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Tabelle X.
F U 11 a r t o n s c h e s Prinz i p
Zirku
lations
zeit
Akt.
Pass.
B
Akt.
Pass.
Akt.
Pass.
Notenbank
Akt.
Pass.
a, b
a, b
a, b
b, 100
[Noten]
b
100
[Wechsel]
100
[Wechsel]
100
[Wechsel]
100
[Wechsel]
b
100
[Wechsel]
100
[Noten]
C
Personen
Waren .
Preise .
A
a
100
c
c
c
100
[Noten]
a
a
B
b
100
C
c
100
100
[Wechsel]
100
[Wechsel]
100
[Wechsel]
100
[Noten]
100
[Noten]
100
[Noten!
tieren. Er verlangt daher von B Geld. B kann nun zur Notenbank gehen und
den Wechsel gegen Geld verkaufen. Die Notenbank ist damit Gläubigerin
des A geworden und da B sein Giro auf den Wechsel setzen muß, kann sie
sich auch an B halten, wenn A nicht zahlen sollte, C erhält nun von B das
Geld und gibt B die Ware c. C kann seinerseits wieder Waren einkaufen.
Der Einfachheit halber nehmen wir an, daß er dies bei A tut, der so seinerseits
wieder in die Lage versetzt wird, die Wechselschuld bei der Notenbank zu
bezahlen. Unser Schema zeigt, wie sich Zeitpunkt für Zeitpunkt die Bilanzen
aller Beteiligten ändern. In der Praxis wird A die Ware b sehr oft weiter
verarbeiten und dann an C weiter veräußern. Wir sehen, die Waren haben
ihre Plätze in derselben Weise, wie in Tabelle VIII dargestellt ist, vertauscht,
ohne daß diesmal von vornherein Geld vorhanden gewesen wäre und ohne daß
am Schluß Geld vorhanden sein müßte. Wir sehen, daß die Menge der zirku
lierenden Noten im vorliegenden Falle von der Menge der diskontierten Wechsel
abhängig ist, die wieder von der Menge der umgesetzten Waren abhängt,
wenn nur Warenwechsel diskontiert werden. Nimmt der Warenumsatz ab, so
kommen weniger Wechsel zum Diskont und die zirkulierende Notenmenge ver
ringert sich automatisch, da ja die Wechselschuld bezahlt werden muß. Diese
automatische Zirkulation (Fullartonisches Prinzip) spielt im modernen Geld-
und Kreditwesen eine große Rolle, sie ist für die Kriegswirtschaft wn größter
Bedeutung.
Ich habe absichtlich die Notenzirkulation theoretisch in einer Form ein
geführt, die deutlich erkennen läßt, daß die Notenzirkulation als Mittel des
Güterumsatzes nichts mit der in der Öffentlichkeit so oft erwähnten Metall
deckung zu tun hat. Vorgreifend möchte ich nur erwähnen, daß die Metall
deckung heute zwei Zwecke erfüllt: sie dient dem internationalen Ver
kehr und zuweilen auch der Beruhigung der eigenen Bürger. Wenn ein Bürger
im Besitz von Noten ist und Auslandszahlungen zu leisten hat, kann es für ihn
von großer Wichtigkeit sein, sich Auslandsgeld, also bei uns Gold zu verschaffen.
Wenn er Mißtrauen gegen den Staat hat, kann dies Mißtrauen verschieden be
ruhigt werden. Zuweilen ist Gold nötig, zuweilen aber genügt die Angabe
silbernen Zeichengeldes. Dies war z. B. während der Krise 1912, 1913 in
Galizien und in der Bukowina der Fall, wo die Menschen massenhaft Silber
ansammelten, das sie zum Teil vergruben. Der im Kriegsfälle erforderliche
Münzenbedarf hängt so mit der Dummheit breiter Massen zusammen. Denn,
daß der Staat in einle derartige Verwirnung geraten sollte, daß die Kaufkraft
des Silbers, welche in zehn Einkronenstücken enthalten ist, größer werden sollte.