Full text: Kann das Geld abgeschafft werden?

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zahlen... So steht der Geldumlauf unter Druck, der es bewirkt, daß jeder 
immer gleich bar bezahlt, seine Schuld tilgt. .. Am Ende 
des Jahres werden alle Geldscheine gegen neue umgetauscht ... Durch den 
Kursverlust von 5,2% jährlich dürfte die umlaufende Geldmasse um jährlich 
200 bis 300 Millionen abnehmen, damit aber daraus kein Geldmangel entsteht, 
muß das Währungsamt diese Millionen immer durch neu herzustellendes 
Geld jährlich ersetzen. (Dies bedeutet für das Amt also — als unbeabsichtigte 
Nebenwirkung der Geldreform — eine regelmäßige Einnahme)‘ (ebenda, 
S. 243/244). Die Aufgaben des „Reichswährungsamtes‘ gibt 
Gesell dahin an, daß es „Geld ausgibt, wenn solches im Lande 
fehlt, und Geld einzieht, wenn im Lande sich ein Überschuß zeigt, 
das ist alles . .. Als Richtschnur dient dem Reichsgeldamt die . . Statistik 
für die Ermittelung des Durchschnittspreises aller Waren ... Je nachdem 
der Durchschnittspreis Neigung nach oben oder nach unten zeigt, wird der 
Geldumlauf eingeschränkt oder erweitert. Um die Geldausgabe zu vergrößern, 
übergibt das Reichswährungsamt dem Finanzminister neues Geld, der es 
durch einen entsprechenden Abschlag von allen Steuern 
verausgabt . .. Das ist eine einfache Sache, aber noch einfacher wird die 
Verminderung des Geldumlaufs sein. Denn da die Gesamtmenge des Geldes 
durch den Umlaufsverlust um 5% jährlich abnimmt, so braucht man, um 
den Geldbestand zu vermindern, überhaupt nichts zu tun... Das Reichs- 
währungsamt . . ist also Alleinherrscher sowohl über die Geldherstellung 
wie über das Geldangebot‘ (S. 245/247). Dabei „hat es keine Schalter, nicht 
einmal einen Geldschrank ... Es ist nur ein Mann nötig, der das Geld von 
der Reichsdruckerei den Staatskassen übergibt, und der das für währungs- 
technische Zwecke von den Steuerämtern eingezogene Geld verbrennt. Das 
ist die ganze Einrichtung. Eine Presse und ein Olfen, Einfach, billig, wirksam. 
Und mit diesem einfachen Apparat wollen wir die schwere Arbeit der Gold- 
gräber, die kunstvollen Maschinen der Münzstätten, die Betriebsmittel der 
Banken, die aufgeregte Tätigkeit der Reichsbank ersetzen, und zwar so er- 
setzen, daß niemals ı Pfennig zuviel, niemals zu wenig 
umlaufen wird. Und dasheute, morgen, ewig, in guten 
wie in bösen Tagen‘‘ (S. 248). Denn „mit dem Freigeld ist die Nachfrage nicht 
mehr vom Geld zu trennen, nicht mehr als eine Willensäußerung seiner 
Besitzer zu betrachten ,.. Börsenstimmung, Wucherspiel, Krach, schwarzer 
Freitag, das alles ist fortan für die Nachfrage ohne Einfluß‘ (S. 252). Ist es 
doch jetzt so, daß „das Geld den Inhaber hetzt und jagt, 
genau wie früher der Erzeuger von seinen Waren gehetzt und gejagt wurde, 
bis er sie glücklich an den Mann gebracht hatte‘ (S. 258). 
Alles ist danach im schönsten Fluß, die „Quelle an die Stelle 
des starren Wasserbehälters, der Zisterne getreten“. Die Ver- 
käufer mit ihren Waren, die Käufer mit den dickgefüllten Brief- 
taschen drängen sich am Markt. Keinerlei Sorge, daß das Geld 
nicht reichen könne; denn läßt die Nachfrage nach, so gibt der 
Staat einfach einen 10% igen Steuererlaß. Verschwunden ist alles 
Mißtrauen des Verbrauchers gegenüber dem Händler, Die Waren 
gehen reißend ab. Es können gar nicht genug Güter bereitgestellt
	        
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