man die betreffenden Gruppen zusammenzählt. Der ehe-
malige Direktor des Statisstischen Amtes Professor Dr.
Silbergleit hat aber gerügt, daß dabei, sei es wissent-
lich oder unwissentlich, von der in Klammer gesetzten Er-
läuterung keine Notiz genommen worden sei, wonach die
41 965 Wohnungen auch alle Fälle umfassen, in denen
a u ß e r dem heizbarem Zimmer die wohl stets heizbare
Küche, und außer der Küche oder ohne Küche noch ein
oder mehrere nicht heizbare Zimmer vorhanden gewesen
sind! Er hat sich beklagt, daß, obwohl die übertreibungen
über das Berliner Wohnungelend, das auch anderen
Großstädten nicht fremd sei, wiederholt in der Presse
zurückgewiesen worden seien, die Agitation noch immer
weiter fortgesetzt werde. Ich will die Sache deshalb hier
richtig stellen.
Die Wohnungfrage.
(E" übersicht über den Stand des W o h nung -
w e s e n s ist im Mai 1925 von der Reichszentrale für
den Heimatdiensst herausgegeben worden.*) Die Zeit-
schrift Bodenreform hat im Oktober 1925 einiges daraus
abgedruckt, hat sich aber einer eigenen Stellungnahme
enthalten. Die Verfasser der Denkschrift haben die Ent-
wicklung in der Zeit vor und nach dem Weltkriege ge-
schildert. Einigen Äußerungen von ihnen kann ich nicht
beipflichten. Die Verfasser haben ausgeführt, daß der
Aufschwung der Industrie vor dem Kriege große Teile
der ländlichen Bevölkerung zum abwandern in die Städte
veranlaßt und dort eine Nachfrage nach Wohnungen her-
vorgerufen habe, die schon vor dem Kriege nicht befriedigt
werden konnte. Sie fahren dann fort:
„Und die neuge bauten Wohnungen ent-
s pr a ch e n in den meisten Großstädten in der Zeit von 1870~
1900 in keiner Weise den Anforderungen
*) Reichszentrale für den Heimatdienst 1925 Nr. 100.
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