- 108
(S. 18/19). Um zu beweisen, daß es „keinen Letzten gibt, an dem der Verlust
hängen bliebe‘ — vgl. das Abwälzungsproblem bei Johannsen —, bildet
Harburger eine mathematische Reihe aus dem Zahlenverhältnis der
„dazukommenden Ausgaben des Staates“ und des „umlaufenden Geldes‘,
indem er die Potenzen dıeses Bruches summiert: „Wegen der Unendlichkeit
der Reihe wird der Verlust am Schluß unendlich klein und eliminiert sich
dadurch, daß die Reihe konvergiert und einen endlichen, noch dazu rationalen
Endwert hat‘ (S. 31).
Daß mit Harburgers mathematischen Spekulationen für
die wissenschaftliche Erklärung der Tatsachen und die praktische
Wirtschaftsführung nichts gewonnen ist, liegt klar zutage. Er
selbst muß zugeben, daß die Voraussetzung seiner Deduktionen,
„dieser Schemen „durchschnittliches Individuum“ mit dem hier
angenommenen Geschäftsgeist, in der Wirklichkeit nie existiert“
und „auch das Vakuum, der freie Handel, in der Wirklichkeit
nicht rein vorkommt“ (S. 82). Was sich aus dieser allgemeinen
Einsicht für die praktische Bedeutung seiner Reformvorschläge
ergibt, wird indes von Harburger verschwiegen.