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des Geldes mit seinem wesenhaften (nicht nur tatsächlichen)
Sein verwechselt. Die Entstehung des Geldes schildert Mises
ganz richtig in zwei Sätzen: „So sind aus einem Bedürfnis des
Verkehrs heraus eine Reihe von Waren allmählich allgemein
gebräuchliche Tauschmittel geworden. Der Kreis dieser Waren
verengte sich immer mehr, bis zuletzt nur mehr ein einziges Gut
übrig blieb, welches allgemein als Tauschmittel gebraucht wurde:
das Geld“ (Theorie, S. 7). Gerade dadurch, daß es Geld wurde,
hat aber das fragliche Tauschgut seinen Warencharakter abge-
streift. Mag selbst heute noch die Goldwährung bestehen, so ist
das Geld deshalb doch niemals den anderen Wirtschaftsgütern
gleichzustellen: es ist nicht wie die Waren, die ihren „letzten Ab-
nehmer“ suchen (Wieser). „Die Operation Kauf — Verkauf ist
nur der Austausch eines Gegenstandes gegen eine Möglichkeit“
Solvay); das Geld ist weder unmittelbares Genußgut noch Pro-
Juktionsmittel. Man kann es nicht essen, sich nicht damit kleiden;
höchstens einen Schmuck- oder Sammelwert kann die Metallmünze
haben, und auch das nur unter Aufgabe ihres Geldcharakters;
denn die Busennadel und das Museumsstück sind dem Gelddienst
und dem Zahlungsverkehr entzogen, Geld aber ist nur, „was
Greldesdienst verrichtet“ (Laughlin-Hoffmann). Auch als Verkehrs-
Nittel hat das Geld für den Wirtschaftszweck nicht dieselbe
Bedeutung wie etwa Schiff und Wagen. Die letzteren werden,
aicht anders als die Genußgegenstände, als stoffliche Güter her-
zestellt, in Gebrauch genommen und abgenutzt; sie sind ebenfalls
Wirtschaftsgüter und wie die zu unmittelbarer Bedürfnisbefrie-
digung dienenden Nutzdinge den Gesetzen der Preisbildung unter-
worfen. Anders das Geld. Es hat nur dort noch seinen Waren-
charakter — der sich in einem Marktpreis des Geldes (Kurs)
zeigt — beibehalten, wo seine Verkehrsfähigkeit beschränkt ist:
auf dem Weltmarkt. Gerade weil das Geld historisch noch
aicht Weltgeld ist, kommt es im internationalen Verkehr noch
als Ware vor, hat es selbst einen Preis, der sich durch Angebot
und Nachfrage bildet wie bei anderen Marktgütern. (Näheres
hierüber im folgenden Kapitel, III) Ein Widersinn aber ist es,
lem Geld als solchem eine Warennatur zuzuschreiben und wo-
möglich den Maßstab seiner eigenartigen Wertschätzung im Stoff
des Zahlungsmittels zu suchen; im Gegenteil „tritt der Geld-
harakter eines materiellen Geldes um so stärker hervor, je aus-
schließlicher es als Geld verwendet wird, je mehr sich das Geld
von der Ware loslöst“ (Cassel, S. 330), Negativ nur kann man