verbot und die „Kompensationsabmachung, die den Austausch be-
stimmter Warenarten sowie bestimmter Warenmengen vorsieht“,
Alle diese staatlichen Eingriffe in den geldwirtschaftlichen
Verkehr bewirken in Verbindung mit dem wieder auflebenden
Naturaltausch die allmähliche Ausschaltung des Geldes als
Umtauschmittel; einzelwirtschaftlich betrachtet, die Aufhebung
der Geldzahlungen und damit auch den Anschluß der Geld-
ersparnisse und des Gelddarlehens, denn wenn das Geld
seine Zahlungskraft verliert, hat es auch keinen Sinn mehr, es
aufzuspeichern oder ein Darlehen in Geld zu begehren. Die Auf-
richtung der Großnaturalwirtschaft ist somit gleichbedeutend mit
der Beseitigung des Geldes als Zahlungsmittel, Spar- und Dar-
lehensobijekt.
Neurath drückt das Ergebnis dieser Entwicklung mit den Worten
aus: ‚Schließlich würde das Geld als selbständige Wesenheit überhaupt
aus der Betrachtung verschwinden und nur noch als Recheneinheit,
gebunden an die Dinge, sein Leben weiter fristen . . .‘ (Kriegsw., S. 1809).
HILL
„+... bis es vielleicht auch diesen Schatten von Wesenheit
einmal verliert“, Mit diesen Worten endigt die am Schluß des
vorigen Absatzes abgebrochene Anführung. Das Geld, das nicht
mehr als Umtauschmittel dient, könnte immer noch Rechengeld
sein: „Zunächst bleibt das Geld als Rechnungseinheit erhalten, um
später einmal zu verschwinden und dem Wirtschaftsplan Platz zu
machen“ (Vollsozialisierung, S. 40). Erst dann ist es wahrhaft
„entthront“, wenn auch die Geldrechnung durch die Natural-
rechnung, den „Naturalkalkül“ ersetzt ist,
Den Ausgangspunkt für die Erklärung des Begriffs Natural-
rechnung bildet bei Neurath die „als Grundlage wirtschaftlicher
Untersuchungen geforderte Übersicht über die zur Verfügung
stehenden Mengen an produktiven Mitteln (Maschinen, Wasser-
kräften, Arbeitskräften, Erfindungen usw‘), über, die Rohstoffe usw.
sowie über den Bedarf“.
Wir sehen hier „die mengenmäßige Erfassung der technischen Möglich-
keit, deren organisatorische Verwirklichung in Frage steht, als Naturalrech-
aung der Geldrechnung gegenüber, welche vor allem mit Preisen und Rein-
gewinnen sich beschäftigt und vielfach von der Anschauung ausgeht, ein größe-
res Geldeinkommen eines Volkes bedeute auch ein günstigeres Dasein‘
{Kriegsw., S. 191).
Neurath weist mit Recht darauf hin, daß die Naturalrechnung
in merklichem Unterschied vom Naturaltausch schon heute „für