des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag gegenüber. Und nicht
nur rechtlich, politisch, moralisch, sondern auch wirtschaftlich sind
deren Anschauungen von höchstem Interesse. Denn, wie Mises
es ausdrückt, „sozialistische Produktion im Großen könnte rationell
nur durchführbar sein, wenn es eine objektiv erkennbare
Wertgröße geben würde, die die Wirtschaftsrechnung auch in
der verkehrs- und geldlosen Wirtschaft ermöglichen würde. Als
solche könnte denkbarer. Weise nur die Arbeit in Betracht
kommen“ (ebenda, S. 109; ähnlich Adler, S. 67). Wie steht es
nun um die Verteilung nach dem Maßstab der Arbeitsleistung?
Nach Anton Menger wird „die Richtschnur für die Verteilung
hier durch gewisse äußere ökonomische Tatsachen, namentlich
durch die Menge und Beschaffenheit der von dem Einzelnen ge-
lieferten Arbeit gegeben... Der ganze Arbeitsertrag wird nach
Abzug der staatlichen Lasten unter den arbeitenden Genossen
verteilt“ (Staatslehre, S. 96/104). Es kommt also darauf an, jeden
Arbeiter durch die Anweisung auf einen dem Erfolg seiner
eigenen Arbeit entsprechenden Bruchteil des Sozialprodukts zu
entlohnen. Natürlich kann bei der mannigfaltigen Verschiedenheit
der persönlichen Leistungsfähigkeit nicht die jeweils aufgewandte,
sondern nur eine durchschnittliche „gesellschaftlich notwendige“
‘Marx, Kautsky) Arbeitszeit den Maßstab der Verteilung abgeben.
„Jedem Arbeiter werden nicht die Arbeitsstunden bezahlt, die er auf
die gelieferten Sachgüter und Dienstleistungen wirklich verwendet hat, son-
dern nur jene, die ein Arbeiter von mittlerem Fleiße und mittleren Anlagen
verwenden mußte, Auf dieser Grundlage hätte der Staat alle Sachgüter
zu tarifieren, und jeder Arbeiter könnte aus den staatlichen Magazinen alle
Befriedigungsmittel bis zu dem Maß der ihm bezahlten Arbeitsstunden be-
ziehen‘ (Menger ‚, Staatslehre, S. 105).
Das Geld, das bei diesem Verteilungssystem als Rechen-
und Umtauschmittel dienen soll, hat daher zur Rechnungseinheit
eine bestimmte „Normalarbeitszeit“ (Rodbertus), statt der Me-
tall- oder Papierwährung wird die Arbeitszeitwährung ein-
geführt: das Geld wird hier zum „Arbeitsgeld“.
. Am schärfsten hat dies Friedrich Engels ausgedrückt:
‚Die in einem Produkt steckende Menge gesellschaftlicher Arbeit braucht
nicht erst auf einem Umweg festgestellt zu werden; die tägliche Erfahrung
zeigt direkt an, wieviel davon im Durchschnitt nötig ist. Die Gesellschaft
kann einfach berechnen, wieviel Arbeitsstunden in einer Dampfmaschine,
einem Hektoliter Weizen der letzten Ernte, in 100 qm Tuch von be-
stimmter Qualität stecken. Es kann ihr also nicht einfallen,. die in: dem
Produkt niedergelegten Arbeitsquanta, die sie alsdann direkt und absolut
kennt, noch fernerhin in einem nur relativen, schwankenden, unzuläneglichen.