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Differenzierung nicht nur bei der einen, sondern auch noch einer zweiten
Rechnungseinheit. Im einzelnen vergleiche das folgende.
Das Problem wird zuerst von Adler klargestellt: „Ist es
möglich, das .. Verteilungsprinzip „Jedem nach seiner Arbeit“
durchzuführen? Ist es vor allem möglich, den Wert des
Produktes beständig genau auf der kostenden Arbeits-
quantität festzuhalten?“ Und er antwortet, auf schwerwiegende
Gründe gestützt: „Ich glaube nicht, daß dies angeht“ (S. 68). Es
ist mit dem Arbeitsgeld ähnlich wie mit der Theorie der Preis-
festsetzung nach den Bedürfnissen: sowohl die Eigenart des Geldes
wie der innere Widerspruch der kollektivistischen Wirtschafts-
organisation wird verkannt. Ursprünglich stellt das Arbeitsgeld
sich einfach als eine Art Banknoten dar, als ein Guthaben bei
der Arbeitstauschbank (Owen); nachher wird es (von Rod-
bertus) als Einrichtung des „Staatssozialismus“ übernommen und
kommt schließlich (bei Schaeffle) in die „sozialistische Wirt-
schaft“ hinein. In seiner ersten Gestalt — als Banknote in der
Verkehrswirtschaft — wird es schon von Marx nachdrück-
lich bekämpft, in seiner Kritik der Grayschen nationalen Zentral-
bank:
„Da die Arbeitszeit das immanente Maß der Werte ist, warum neben
ıhr ein anderes äußerliches Maß? Warum entwickelt sich der Tauschwert
zum Preis? Warum schätzen alle Waren ihren Wert in einer ausschließlichen
Ware, die so in das adäquate Dasein des Tauschwerts verwandelt wird, in
Geld? Dies war das Problem, das Gray zu lösen hatte. Statt es zu lösen,
bildet er sich ein, die Waren könnten sich unmittelbar aufeinander als Produkte
der gesellschattlichen Arbeit beziehen. Sie können sich aber nur aufeinander
beziehen als das, was sie sind. Die Waren sind unmittelbar Produkte verein-
zelter, unabhängiger Privatarbeiten, diesich erst durch
ihre Entäußerung im Prozeß des Privataustausches als allgemeine
zesellschaftliche Arbeit bestätigen... Unterstellt Gray
die in den Waren enthaltene Arbeitszeit als unmittelbar gesellschaftliche,
zo unterstellt er sie als gemeinschaftliche Arbeitszeit oder als Arbeitszeit
direkt assoziierter Individuen .. . Das ist aber keineswegs Grays Meinung.
Die Produkte sollen als Waren produziert, aber nicht als Waren ausgetauscht
werden.‘‘ Bei Gray „macht einerseits die Gesellschaft in der Form der
Bank die Individuen abhängig von den Bedingungen des Privataustauschs
und andererseits läßt sie dieselben fortproduzieren auf der Grundlage des
Privataustausches, Die innere Konsequenz treibt Gray, eine bürgerliche
Produktionsbedingung nach der anderen wegzuleugnen, obgleich er bloß das
aus dem Warenaustausch hervorgehende Geld „reformieren‘‘ will. So ver-
wandelt er Geld in Nationalkapital, das Grundeigentum in Nationaleigentum,
and wenn seiner Bank auf die Finger gesehen wird, findet sich, daß sie nicht
bloß mit der einen Hand Waren empfängt und mit der anderen Zertifikate
zelieferter Arbeit ausgibt, sondern die Produktion selbst reguliert . .. Die