Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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VI.  Kapitel.

ebenso  gering  ist  wie  die  Produktionskosten.  An  diesem  Punkte  bringt  die
Bearbeitung  der  Mine  keinen  Gewinn  mehr.  Soviel  in  bezug  auf  die  Zuflüsse; ­
  wir  wollen  nun  die  Abflüsse  betrachten.  Wenn  ein  Abfluß  in  einem
bestimmten  Augenblick  sich  unterhalb  der  Höhe  der  Oberfläche  befindet
—  d.  h.  in  einer  größeren  Entfernung  von  oo,  so  bedeutet  dies,  daß
der  Wert  des  Goldes  in  dieser  besonderen  Anwendung  größer  ist  als  die
Kaufkraft  des  Barrengoldes.  Nun  wird  das  Barrengold  nach  diesem  Verwendungsgebiete, ­
  wo  seinWert  größer  ist,  abfließen,  und  zwar  fließt  es  dann
aus  allen  Ausflüssen  des  Reservoirs  unterhalb  der  Oberfläche  ab.
Es  ist  hieraus  zu  ersehen,  daß  zu  einem  gegebenen  Zeitpunkte  nur  die
Zuflüsse  oberhalb  der  Flüssigkeitsoberfläche  und  nur  die  Abflüsse  unterhalb
derselben  in  Tätigkeit  gesetzt  werden.  Mit  einem  Steigen  der  Oberfläche
treten  also  mehr  Abflüsse,  jedoch  weniger  Zuflüsse  in  Tätigkeit.  Das  heißt,
je  geringer  die  Kaufkraft  des  Goldes  im  Barren  ist,  desto  größer  wird  sein
Verbrauch  in  der  Industrie  sein,  desto  weniger  gewinnbringend  hingegen ­
  wird  es  für  die  Mine  sein,  es  zu  produzieren,  und  desto  geringer
wird  die  Förderung  aus  den  Minen  sein.  Sobald  die  Oberfläche  sinkt,  treten
mehr  Zuflüsse  und  weniger  Abflüsse  in  Tätigkeit.
Wir  wenden  uns  nunmehr  dem  Geldreservoir  (G m )  zu.  Die  Tatsache,
daß  das  Gold  auf  Grund  des  zwischen  Barrengold  und  Goldmünzen  stattfindenden ­
  Hin-  und  Herströmens  in  Barren  oder  Münze  den  gleichen  Wert
besitzt,  wird  in  dem  Diagramm  durch  die  Verbindung  des  Barrengoldreservoirs ­
  mit  dem  der  Goldmünzen  dargestellt,  und  infolgedessen  haben
beide  (ebenso  wie  Wasser)  dieselbe  Niveauhöhe.  Die  Oberflächen  der
Flüssigkeit  in  beiden  Reservoirs  haben  dieselbe  Entfernung  von  der  Linie  oo,
und  dieser  Abstand  stellt  den  Wert  des  Goldes  oder  dessen  Kaufkraft  dar.
Sollte  der  Zufluß  zu  irgendeiner  Zeit  den  Abfluß  übersteigen,  so  ist  das
Resultat  notwendigerweise  eine  Zunahme  in  dem  vorhandenen  Geldvorräte.
Dies  wird  eine  Herabsetzung  der  Kaufkraft  des  Goldes  oder  des  Goldwertes
herbeiführen.  Sobald  sich  aber  die  Oberfläche  erhöht,  kommen  weniger
Zuflüsse  und  mehr  Abflüsse  in  Tätigkeit.  Das  heißt,  auf  der  einen  Seite
nimmt  der  übermäßige  Zufluß  oder  die  Produktion  ab,  und  auf  der  anderen
Seite  nimmt  der  unzureichende  Abfluß  oder  der  Verbrauch  zu,  wodurch  die
Ungleichheit  zwischen  Zufluß  und  Abfluß  eingeschränkt  wird.  Wenn  hingegen
der  Abfluß  zeitweilig  größer  als  der  Zufluß  sein  sollte,  so  wird  sich  der  Inhalt
des  Reservoirs  vermindern.  Die  Kaufkraft  erhöht  sich,  dem  übermäßigen
Abfluß  wird  auf  diese  Weise  Einhalt  getan  und  der  unzureichende  Zufluß
angespornt,  wobei  das  Gleichgewicht  wiederhergestellt  wird.  Der  genaue
Gleichgewichtspunkt  kann  selten  oder  nie  erreicht  werden,  aber  es  herrscht
            
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