Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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VI.  Kapitel.

den,  als  dessen  Wert  als  Barrengold  ist.  Jede  Zunahme  in  der  Produktion
des  Goldes  wird  darauf  gerichtet  sein,  nur  das  Barrengoldreservoir  zu  füllen
und  den  Abstand  der  Oberfläche  von  der  Linie  oo  zu  verringern,  d.  h.  den
Wert  des  Barrengoldes  zu  erniedrigen.  Die  Oberfläche  der  Flüssigkeit  in
dem  Geldreservoir  wird  der  Linie  oo  nicht  näher  gebracht.  Sie  kann  bei  allmählichem ­
  Verlust  sogar  noch  weiter  von  ihr  entfernt  werden.  Mit  anderen
Worten:  die  Kaufkraft  des  Geldes  wird  durch  ein  solches  Ventil  gänzlich
unabhängig  vom  Werte  des  Barrengoldes  gemacht,  woraus  es  zuvor  erzeugt
worden  ist.
Ein  Beispiel  für  dieses  Prinzip  ist  in  der  Geschichte  der  Silberumlaufsmittel
  in  Indien  zu  finden.  Nach  langen  Verhandlungen  wurden  im  Jahre
1893  die  indischen  Münzstätten  dem  Silber  verschlossen.  Vor  jener  Zeit
folgte  der  Wert  des  gemünzten  Silbers  genau  dem  Werte  des  Barren  -
silbers;  die  Schließung  der  Münze  brachte  jedoch  sofort  eine  Abweichung
zwischen  den  beiden  hervor.  Die  Rupie  ist  seitdem  vom  Silber  unabhängig ­
  geblieben,  und  während  der  ersten  sechs  Jahre  —  bis  1899  —  war  sie
auch  unabhängig  vom  Gold.  Das  gegenwärtige  Verhältnis  der  Rupie  zum
Gold  soll  im  nächsten  Kapitel  erörtert  werden.
Wir  haben  nun,  mit  Ausnahme  einer  einzigen,  alle  von  außen  kommenden ­
  Einwirkungen  auf  die  Verkehrsgleichung  untersucht.  Diese  eine  besteht
im  Charakter  des  Geld-  und  Banksystems,  der  die  Quantität  des  Geldes  und
der  Depositen  berührt.  Eine  spezielle  Erörterung  dieses  Punktes  behalten
wir  uns  für  das  nächste  Kapitel  vor.  Inzwischen  ist  es  noch  bemerkenswert,
daß  fast  alle  entweder  die  Quantität  oder  die  Umlaufsgeschwindigkeiten
berührenden  Einwirkungen  sich  hauptsächlich  in  der  Richtung  einer  Preiserhöhung ­
  geltend  gemacht  haben  und  sich  noch  immer  geltend  machen.  Fast  die
einzige  entgegengesetzte  Einwirkung  übt  die  Steigerung  des  Handelsvolumens
aus,  doch  wird  diese  teilweise  durch  erhöhte,  der  Zunahme  des  Handels
selbst  zuzuschreibende  Umlaufsgeschwindigkeiten  neutralisiert.  Hierbei
muß  bemerkt  werden,  daß  sich  einige  der  in  diesem  und  dem  vorhergehenden
Kapitel  erörterten  Einwirkungen  auf  mehr  als  eine  Weise  geltend  machen.
Nehmen  wir  z.  B.  technisches  Wissen  und  Erfindung,  die  durch  eine  Steigerung ­
  des  Handelsvolumens  auf  die  Verkehrsgleichung  einwirken.  Insofern
als  diese  den  Handel  vergrößern,  besteht  eine  Tendenz  zu  einer  Preiserniedrigung; ­
  insofern  sie  aber  die  Metallurgie  und  die  anderen  Gewerbe,  die  die
Produktion  erhöhen  und  den  Transport  der  Edelmetalle  erleichtern,  zur
Entwicklung  bringen,  tragen  sie  zu  einer  Erhöhung  der  Preise  bei.  Sofern
Technik  und  Erfindungen  den  Transport  und  die  Übertragung  des  Geldes
und  der  Depositen  rascher  gestalten,  führen  sie  ebenfalls  eine  Steigerung
            
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