Mikroskopische Untersuchung. Unkrautsamen und Yerfälschungsmittel. 389
Erhebungen, welche in der Tangentialansicht die dunklen Linien hervorrufen. In
den zwischen denselben liegenden Rillen treten die dickwandigen, englumigen Zellen
in polygonaler Begrenzung deutlich hervor. Auf Querschnitten besitzen dieselben
infolge ihrer Rundung am peripherischen Ende und der farbigen Schattierung ein
pfauenfederähnliches Aussehen. Zwischen den radial etwas zusammengedriickten
Plasmazellen bemerkt man deutliche Interzellularräume.
1) Kresse (Lepidium sativum L., Fig. 167). Der Kressensamen zeichnet sich
durch 2 sehr kennzeichnende Zellschichten aus. Die farblosen, in der Tangentialansicht
6-seitig polygonalen Epidermiszellen quellen nämlich in Wasser und selbst in nahezu
absolutem Alkohol außerordentlich leicht auf, wobei die innere, das Lumen umgebende
Membran saugrüsselartig hervortritt. Die rotbraunen Stäbchen umkleiden wie die
jenigen des Leindotters rähmchenartig die Zelllumina.
Kornrade, Agrostemma Githago L.
Der Samen der Kornrade enthält ein vorwiegend in den Samenschalen vor-
öinmendes, drastisch wirkendes Alkaloid, das „Agrostemmin“ und ferner eine
örtlich scharf wirkende giftige Substanz, das „Grithagin“, ein dem Saponin ähnliches
ykosid. Uber die Schädlichkeit vergl. S. 297 Anm. Die Nachweisung dieses
n krautsamens in Futtermitteln ist daher häufig von Belang.
Die Rade kommt vorwiegend in Weizen- und Roggonkleie vor, worin sie sich
r :-' t; llnter ma kroskopisch durch ihre schwarzen, nierenförmig-kugeligen Schalen ver-
‘ j unter der Lupe bemerkt man auf denselben reihenweise die in schneckenförmigen
dor's 110 ^ 01 ' an S eor dneten Höckerchen. Dieselben bilden die schwarzbraune Epidermis
erk amens chale, auf deren Oberfläche man unter dem Mikroskop zahllose Wärzchen
<liirc| lnt 390)- Auf Tangential- und Querschnitten sind die Höcker
q ^ ln! der gebuchteten wellenförmigen Umgrenzung parallel verlaufende
Schichtung gekennzeichnet.
eis-e ,,! u * er niehreren Schichten eines radial zusammengepreßten Parenchyms liegen
ecki* 1 spindelförmige Stärkekörper, welche durch Druck in zahllose, rundlich-
•V ,W ® ro ® e Stärkekörnchen zerfallen.
ber den chemischen Nachweis der Kornrade vergl. S. 271.