Mikroskopische Untersuchung. Unkrautsamen und Yerfälsohungsmittel.
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unteren Drittel bis zur halben Höhe verdickt, von da ab in Gestalt geschlängelter
Fäden in die kollenchymatisch verdickten Zellen (2 Fig. 164) verlaufend. Die
niedergedrückten Fäden verdecken bei schwacher Aufschließung in der Tangential
ansicht die Lumina der farblosen Zellen und lassen keine Maschenzeichnung erkennen;
erst nach genügender Aufhellung durch längeres Kochen mit Säuren und Alkalien
tritt die Maschenzeichnung zwar schwach aber deutlich hervor. Epidermiszellen
im Querschnitt quadratisch, geschichtet, in Wasser hoch auf quellend, mit spalten
förmigem Lumen, in der Tangentialansicht 5—6-seitig polygonal.
Querschnitt.
1 Epidermis (a gequollene Zelle), 2 Parenchym
schicht, 3 Stäbchenschicht, 4 Endodermis,
5 und 6 Endospermschichten.
Fig. 164. Weißer Senf. (Vergr. 200.) Nach C. Böhmer.
Tangentialansichten zu den entsprechenden Nummern des Querschnittes.
0. Burchard 1 ) hat auch die anatomische Struktur verschiedener anderer
seltenen Senf arten beschrieben. „ _
i) Hirtentäschchen (Capsella bursa pastoris L., Fig. 165, S. 388). Der Samen
de s Hirtentäschchens kommt besonders häufig in Lein- und Rapskuchen vor. Man
erkennt ihn an den gallertartig aufquellenden, in der Tangentialansicht reihenweise
nebeneinander liegenden, nahezu quadratischen Epidermiszellen, unter welchen das
darunter liegende, dünnwandige Parenchym und eine Schicht gelbbrauner, lückenlos
aneinander gefügter Tafelzellen hervorleuchten. Die letzteren entsprechen den
1 täbchen der Brassica-Arten und erscheinen im Querschnitt des Samens mi sei ic
emporgehobenen Rändern.
) Journ. f. Landwirtschaft 1894, 42, 125.
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