Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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VII.  Kapitel.

Die  Bimetallisten  haben  nun  andrerseits  oft  übersehen  oder  nicht  wahrnehmenwollen, ­
  daß  dieses  Experiment  ebenso  die  Schranken  wie  die  Möglichkeiten ­
  des  Bimetallismus  kennzeichnet.  Im  Jahre  1850  war  der  Bimetallismus
in  Frankreich  seinem  Zusammenbruch  nahe,  und  es  würde  ihm  der  Silber-Monometallismus
  gefolgt  sein,  wenn  die  erhöhte  Goldproduktion  nicht  eine
entgegengesetzte  Strömung  veranlaßt  hätte.  Jm  Jahre  1865  hatte  das
Gold  das  Silber  zum  großen  Teil  vertrieben.  Im  Jahre  1873  wiederum  war
das  Gold  meistens  verschwunden  und  wahrscheinlich  wäre  es  gänzlich  verschwunden, ­
  wenn  nicht  die  Suspendierung  der  freien  Prägung  von  Silber
erfolgt  wäre.  Eine  Fortdauer  des  Bimetallismus  bei  einem  Verhältnis
15,5  zu  1  seitens  Frankreichs  und  der  Lateinischen  Union  allein,  wäre  zweifellos ­
  unmöglich  gewesen.  Wenngleich  der  Versuch  mißlungen  wäre,  so  wäre
das  Wertverhältnis  aber  doch  der  Relation  von  15,5  zu  1  näher  geblieben,
als  es  tatsächlich  gewesen  ist,  denn  die  Union  hätte  einen  großen  Markt  für
das  Silber  abgegeben.  Ungeachtet  der  erhöhten  Silberproduktion  wäre  der
Bimetallismus  möglicherweise  länger  aufrechterhalten  worden,  wenn  mehrere
andere  Länder  in  diesen  kritischen  Jahren  nicht  die  Goldwährung  angenommen ­
  hätten.  Diese  Tatsache  trug  mit  dazu  bei,  die  Länder  der  Lateinischen ­
  Union  mit  Silber  zu  überschwemmen  und  ihnen  ihr  Gold  zu  entziehen.
Diese  Länder  hatten  alle  Kosten  zu  tragen  und  Unannehmlichkeiten  zu  erdulden, ­
  die  die  Aufrechterhaltung  des  Verhältnisses  zwischen  Gold  und
Silber  mit  sich  brachte,  während  andere  Länder  den  meisten  Nutzen  davon
ernteten.  Hierin  liegt  eine  der  Schwächen  des  Bimetallismus  in  bezug  auf
eine  praktische  politische  Verwirklichung,  —  jedes  Land  überläßt  es  irgendeinem ­
  anderen  Lande  oder  anderen  Ländern,  den  Bimetallismus  anzunehmen. ­
  Es  ist  daher  für  die  Zukunft  nur  geringe  Aussicht  vorhanden,
daß  ein  einzelnes  Land  hierzu  die  Initiative  ergreift,  und  noch  weniger  Aussicht ­
  besteht  für  ein  internationales  Übereinkommen.

§  7-Das
  nunmehr  in  Frankreich  in  Gebrauch  befindliche  System  ist  auch
in  vielen  anderen  Ländern  zur  Anwendung  gekommen,  die  ebenso  wie  Frankreich ­
  gezwungen  waren,  dieses  System  anzunehmen  oder  andernfalls  Länder
mit  Silberwährung  zu  werden.  Nach  dem  Zerreißen  der  bimetallistischen
Bande,  welche  bis  zum  Jahre  1873  alle  Länder  mit  Gold-  und  Silberwährung
aneinanderketteten,  brach  die  Handelswelt  in  zwei  Teile:  in  die  Gold-  und
in  die  Silberwährungsländer.  Viele,  die  in  die  Reihen  der  ersteren  treten
wollten,  sich  jedoch  in  Gefahr  befanden,  in  die  der  letzteren  getrieben  zu
            
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