Der Anteil der ausländischen Versiche-"ungsgesellschaften
an diesen Prämieneinnahmen
st ein verhältnismäßig sehr geringer und be-Tug
nur zirka 19 Millionen Schilling (0%), wobei
sich die Haupteinnahme der ausländischen Gesellschaften
auf die Feuer-, Transport- und FEinbruch-Jiebstahlversicherung
bezieht. Von der eingangs geaannten
Ziffer per zirka 211 Millionen Schilling, die
sowohl direktes als auch indirektes (im Rückversiche-°ungs-
bzw. Retrozessionswege erhaltenes Geschäft)
ımfaßt, sind den Gesellschaften nur zirka 06 Milionen
Schilling (46°) für eigene Rechnung verblieben.
Zu Vergleichszwecken seien hier einige Ziffern aus
der Vorkriegszeit (I013) angeführt. Es betrugen
(QI3 die Brutto-Prämieneinnahmen der damals inlänlischen
Anstalten (Gesamtgeschäft) und der auslänlischen
Anstalten (nur inländisches Geschäft) beispielsweise
in der Feuerversicherung zirka 185, in der
T’ransportversicherung zirka 31, in der Einbruchdiebstahlversicherung
zirka 7 Millionen Kronen. Bedenkt
nan, daß in diesen Zahlen die gewaltigen Prämienännahmen
der großen Triester Gesellschaften und
der Gesellschaften mit dem Sitze in der jetzigen
T’schechoslovakei enthalten waren, so geben die erst-Zenannten.
Zahlen beredtes Zeugnis von der lebendigen
Energie der österreichischen Schadensversicherung,
die es verstanden hat, trotz der FEinengung ihres
Wirkungskreises und der sonstigen Schwierigkeiten
der Nachkriegszeit schon wieder Prämieneinnahmen
in dieser ansehnlichen Höhe zu produzieren.
Das die Schadensversicherer in der Nachkriegs-Zeit
im allgemeinen mehr rückgedeckt haben
als vordem, erklärt sich einerseits daraus, daß sie in
Bewissenhafter Vorsicht angesichts des Umstandes,
daß die Inflationszeit naturgemäß schwere Verluste
an ihrem Vermögen mit sich gebracht hatte, ihre
Eigenbehalte nicht überspannen wollten, andererseits
daraus, daß die meisten Versicherer zwecks Risikoausgleiches
auf möglichst breiter Basis sich auch inten-3iver
dem indirekten Geschäftsbetriebe zugewendet
haben und zur Erlangung von Rückversicherungs-Alimenten
zwecks Kompensation sich auch selbst zu
Srößeren Rückversicherungsabgaben von ihrem eigenen
Geschäfte verstehen mußten. Die österreichische
Shadensversicherung hätte insbesondere den schlechten
Verlauf des Feuerversicherungsgeschäftes nicht so
‘ühig überwinden können, wenn sie nicht über eine
Sute internationale Rückversicherung verfügt hätte.
Daß das Auslandsgeschäft der Österreichischen
Schadensversicherung einen gewichtigen Aktivposten
darstellt und einen wertvollen Faktor für die hei-Nische
Zahlungsbilanz bedeutet, erhellt daraus, daß
die inländische Brutto-Prämie in der Schadensversiderung
1926 zirka 05 Millionen Schilling betrug,
demnach zirka 1II6 Millionen Schilling auf das Ausndsgeschäft
entfallen.
An neuen in der Nachkriegszeit entstandenen Vericherungszweigen
und -arten seien folgende erwähnt:
Die 1925 eingeführte Wetter-(Regen-)Versicherung,
lie Versicherungsschutz gegen den Vermögensschaden
yietet, den der Versicherungsnehmer durch atmosphäischen
Niederschlag (Regen, Hagel, Graupeln oder
ichnee) erleidet (nutzlos aufgewendete Betriebsunzosten
und. entgangener Gewinn). Weiters wäre die
927 von einer Gesellschaft neu aufgenommene, für
adustrielle Betriebe wichtige Maschinen-Chomage-Vericherung
hervorzuheben, die der Feuer-Chomage-Versicherung
ziemlich gleich ist, mit dem Unterschied,
laß hier die Betriebsstörung bzw. der Betriebsstillstand
ınstatt durch Brand durch Maschinenbruch herbeis‚eführt
sein muß. Bei der 1925 in Österreich einzeführten
Wäscheschutzversicherung haftet der Vericherer
für alle Gefahren, welchen die von den vericherten
Wäschereien, Putzereien usw. zur Bearbeiung
übergebenen Wäsche- und Kleidungsstücke in
len Betriebsräumen oder auf dem Transport vom
Z7eitpunkte der Übernahme bis zur Ablieferung bei
ler Kundschaft ausgesetzt sind. Ein kleiner in der
üngsten Zeit: neu entstandener Versicherungzweig
st ferner die Garderobeversicherung, durch die die
rdnungsmäßig zur Aufbewahrung übergebenen
Sarderobestücke (Theater, Kaffeehäuser, Bahnhöfe
ınd dergleichen) gegen Verlust (Verwechslung) und
Zeschädigung versichert ‚werden. Die 1025 entstan-Jene
Steuertafel-Versicherung schützt den Kraftfahrzeugbesitzer
gegen den Schaden, den er durch Raub,
Diebstahl, sonstigen Verlust oder Vernichtung des
steuerkennzeichens erleidet (Gestehungkosten des
Arsatzkennzeichens und neuerliche Kraftwagenabgabe
ür den Rest des Kalenderjahres, in dem der Verlust
>der die Vernichtung erfolgt ist), Weiters sei noch
der 1925 eingeführten sogenannten Zollhaftungsveräicherung
gedacht, die der Kaufmannschaft günstigere
Zedingungen für die Möglichkeit schafft, die Bewiligung
zur Errichtung von Zollfreilagern zu erhalten.
n dieses Gebiet gehört auch die sogenannte Autoriptyque-Versicherung,
durch welche das Verfahren
ınläßlich der Triptyque-Ausstellungen wesentlich
‚ereinfacht wird. Eine versicherungstechnisch interesjaante
Versicherung ist weiters die anfangs 1028 von
anigen Gesellschaften aufgenommene Versicherung
ler den Schlachtviehhändlern gegenüber den Käufern
»bliegenden. Haftpflicht. Hier hat der Versicherer die
Versicherungsnehmer (als solche kommen in erster
.inie die Viehkommissionäre am Wiener Zentralviehnarkt
in St. Marx in Frage) für Ersatzleistungen an
lien Käufer schadlos zu halten, zu welchen der Vericherungsnehmer
nach den bestehenden gesetzlichen
Zestimmungen bzw. Usancen verpflichtet ist, wenn
nzelne Fleischteile und Organe der verkauften Rinler
und Schweine oder ganze Schweine bei der amtsierärztlichen
Vieh- und Fleischbeschau als für den
nenschlichen Genuß untauglich beschlagnahmt werden.