Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung der Geldsysteme auf die Kaufkraft. 
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werden, retteten sich dadurch, daß sie ihre Prägestätten dem Silber ver 
schlossen und somit die hinkende Währung annahmen. Eines dieser 
Länder war Britisch Indien. 
Der Fall Indiens ist interessant, weil es nie ein bimetaljistisches 
Land war und zur Zeit der Annahme des jetzigen Systems, in welchem Gold 
die Währung ist, sich kein Gold in Umlauf befand. Im Juni 1893 wurden 
die Prägestätten dem Silber verschlossen, und die Rupie wurde gesetzlich 
auf 16 Pence festgesetzt. Zum großen Verdruß derer, die das neue System 
befürwortet hatten, konnte dieser Wert zuerst nicht aufrechterhalten werden. 
Es war jedoch dieser anfängliche Mißerfolg zu erwarten, da sich kein Gold 
in Umlauf befand und ungeahnte Bestände gemünzten Silbers vorhanden 
waren, durch die die Zirkulation, trotz der Verschließung der Prägestätten, 
anschwoll. Außerdem akzeptierte die Regierung von Banken und von 
anderer Seite bedeutende Silberquantitäten, die vor der Absperrung der 
Prägestätten bereits nach Indien versandt worden waren und nun von der 
Regierung geprägt wurden. Ebenso wurde eine beträchtliche Menge Silbers 
von den Reserven der Regierung zurückgezogen und in Umlauf gebracht. 
Mit dem Jahre 1895 fiel der Wert der Rupie bis auf 13 Pence herab. Doch 
hielt sich der Wert der Rupie selbst von allem Anfang an über dem Werte 
ihres Silbergehaltes. Wenn sie im Vergleich zu dem damals im Werte 
steigenden Golde fiel, so stieg sie im Vergleich zum Werte des Barrensilbers. 
Sicher kann man dies als ein Symptom dafür betrachten, daß der Wert 
des Geldes zu seiner Quantität in Beziehung steht, ganz abgesehen von dem 
Quantum und dem Werte des konstituierenden Materials. Selbst in bezug 
auf die Goldwährung stieg der Wert der Rupie allmählich von 13 Pence im 
Jahre 1895 auf 15 V 3 Pence im Jahre 1898 und auf 16 Pence, den gesetzlichen 
Wert, mit dem Jahre 1899, der seitdem eingehalten wurde. Da die indische 
Regierung während des letzten Jahrzehnts auf Verlangen Rupien für Gold 
zu diesem Satze ausgezahlt hat, kann der Wert der Rupie nicht merklich 
höher gehen. Sollte dies der Fall sein, so würde Gold für Rupien angeboten 
werden, mehr Rupien würden auszugeben sein, und dies würde solange fort- 
dauern, bis deren Wert auf 16 Pence per Rupie gefallen ist Q. 
Dem Wesen nach ist das System Indiens die in § 4 beschriebene Gold 
devisenwährung. Dasselbe System ist nun auf den Philippinen, in Mexiko, 
in den Straits Settlements, Siam und in Panama erfolgreich in Kraft * 2 ). 
*) Eine kurze Geschichte und Auseinandersetzung der Erfahrungen Indiens bei 
E. W. Kemmerer, Money and Credit Instruments in their Relation to Prices, S. 36—39. 
2 ) Siehe Charles A. Conant, „The Gold Exchange Standard in the Light of Experience“ 
Economic Journal, Juni 1909, S. 190—200; Hanna, Conant und Jenks, Report on the Intro-
	        
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