Einwirkung der Geldquantität und anderer Faktoren auf die Kaufkraft usw. 125
in Geld um; sie benützten es zuweilen als solches in Form von Klumpen
oder Goldstaub, zuweilen bringen sie es in die Münzstätte zur Prägung.
Sie sehen sich im Besitze von gefüllten Geldbeuteln, die viel mehr enthalten
als den Betrag des Taschengeldes, der ihnen am bequemsten ist. Wenn
z. B. ein solcher Mann von der Münzstätte soeben $ 1000 in Gold empfangen
hat, so kann er ziemlich sicher sein, entweder durch Ausgeben oder durch
Deponieren in einer Bank, wenigstens $ 950 dieser Summe so schnell wie
möglich los zu werden. In jedem der beiden hälle hat er und haben
Plünderte anderer, die dasselbe tun, die Tendenz, eine Steigerung der Preise
in dem Gemeinwesen herbeizuführen, wo sie ihr Geld oder Schecks auf die
Banken ausgeben, in denen sie ihr Geld deponieren.
Auf diese Weise stiegen die Preise vor ungefähr sechs Jahrzehnten in
Kalifornien und vor ein oder zwei Jahrzehnten in Kolorado sowie in Klondike.
Das lokale Steigen der Preise teilte sich dann von selbst anderen Plätzen
mit, denn, wie wir gesehen haben, kann das Preisniveau in einem Bezirke
das des Nachbarbezirks nicht in hohem Maße übersteigen, ohne einen Export
von Geld nach dem billigeren Platze zu verursachen. So sucht sich neues
Geld allmählich seinen Weg in die Zirkulation der ganzen Welt, indem es
von Ort zu Ort fließend die Preise erhöht. Der Vorgang dabei bedeutet in
allen Fällen eine Äußerung des Bestrebens, sich von einem unbequemen
Zuviel an Geld zu befreien, was durch ein bloßes Übertragen von Hand zu
Hand auf die Dauer nicht möglich ist, sondern nur durch ein Steigen der
Preise geschehen kann.
Dieses Bild, das verdeutlichen soll, auf welche Art und Weise eine Ver
mehrung des Geldes eine Preissteigerung verursacht, ist hier gewählt worden,
um klar zu veranschaulichen, daß eine Vermehrung der Geldquantität (G)
nicht in einer bloßen Abnahme seiner Umlaufsgeschwindigkeit (U) resultiert.
Soweit die überzähligen Depositen in Betracht kommen, mag es den
Anschein haben, als ob es einen Weg gäbe, dieselben durch Aufhebung von
Bankanleihen los zu werden; dies würde aber das normale Verhältnis, in
dem G' zu G steht, reduzieren, das aber, wie wir gesehen haben, die Ten
denz besitzt, das gleiche zu bleiben.
Wir kommen auf den Schluß zurück, daß die Umlaufsgeschwindigkeit
des Geldes sowohl wie der Depositen unabhängig ist von der Quantität
des Geldes oder der Depositen. Es hat sich noch kein Grund finden lassen,
ja sogar, soweit es den Anschein hat, kann kein Grund dafür nachgewiesen
werden, daß die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes oder der Depositen
verschieden sein müßte, je nachdem die Quantität des Geldes.oder der
Depositen groß oder klein ist.