Full text : Die Kaufkraft des Geldes

150

IX.  Kapitel.
angibt,  bietet  einen  großen  statistischen  Vorteil.  Sie  vereinfacht  auch
unsere  Verkehrsgleichung,  indem  sie  die  rechte  Seite,  die  ursprünglich  aus
Tausenden  von  einzelnen  Posten  besteht,  einfach  in  einem  einzigen  Posten
zusammenfaßt.
Eine  solche  zusammenfassende  Ziffer  wird  „Indexnummer“  oder  „Indexziffer“ ­
  des  Preisniveaus  genannt.  Ihr  Gegenwert  bedeutet  natürlich  die
Kaufkraft  des  Geldes.
Das  vorliegende  Kapitel  soll  demnach  von  der  Dispersion  (der  Zerstreuung) ­
  der  Preise  handeln;  das  nächste  Kapitel  behandelt  Indexnummern,
deren  Benützung  diese  Dispersion  praktisch  notwendig  macht  und  in  den
beiden  folgenden  Kapiteln  werden  wir  uns  mit  dem  praktischen  statistischen
Gebrauch  von  Indexziffern  beschäftigen.
Der  Hauptschluß  unserer  vorhergehenden  Untersuchung  war,  daß
unter  sonst  gleichen  Umständen  die  Zunahme  im  Gelde  ein  proportionales
Steigen  des  Preisniveaus  verursacht.  Mit  anderen  Worten:  Die  p  in  der
Summe  2p  Q  haben  die  Tendenz,  im  Verhältnis  zur  Zunahme  des  Geldes
zu  steigen.  Wir  wissen  nun  aber,  daß  die  Anpassung  nicht  notwendigerweise ­
  gleichmäßig  sein  muß,  daß  vielmehr,  wenn  einige  p  nicht  soviel  wie  es
diesem  Verhältnis  entspräche,  steigen,  andere  dafür  mehr  steigen  müssen.
In  dieser  Verbindung  bemerken  wir,  daß  sich  einige  Preise  nicht  sofort  und
andere  überhaupt  nicht  anpassen.  Das  letztere  gilt  zum  Beispiel  von  kontraktlich ­
  festgesetzten  Preisen.  Vom  Tage  der  Kontraktschließung  ab
bis  zu  dem  Tage  seiner  Erfüllung  kann  keinerlei  Veränderung,  die  während
dieser  Zeit  in  Kraft  tritt,  auf  einen  derartig  festgesetzten  Preis  einwirken.
Selbst  wenn  es  sich  nicht  um  ausdrückliche  Kontrakte  handelt,  können  die
Preise  durch  stillschweigendes  Einverständnis  und  durch  die  bloße  Macht
der  Gewohnheit  der  Anpassung  entzogen  bleiben.  Außer  diesen  Beschränkungen ­
  der  freien  Preisbewegung  gibt  es  oft  gesetzliche  Beschränkungen.
So  zum  Beispiel  kann  den  Eisenbahngesellschaften  untersagt  werden,  von
einem  Fahrgast  über  zwei  Cent  für  die  Meile  zu  verlangen,  oder  es
kann  das  Fahrgeld  auf  Straßenbahn  auf  fünf  oder  drei  Cent  festgelegt
werden.
Was  immer  auch  die  Ursachen  der  Nichtanpassung  sein  mögen,  das
Resultat  ist,  daß  die  Preise,  die  sich  verändern,  sich  in  einem  größeren  Verhältnis ­
  verändern  müssen,  als  dies  der  Fall  sein  würde,  wenn  es  keine  Preise
gäbe,  die  sich  nicht  verändern.  Ebenso  wie  eine  über  den  halben  Lauf  eines
Stromes  gelegte  Sperrung  eine  Zunahme  des  Gefälles  der  anderen  Hälfte
des  Stromes  verursacht,  so  muß  jeder  Ausfall  in  der  Bewegung  der  einen
Preise  ein  Mehr  in  der  Bewegung  anderer  Preise  verursachen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.