Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Die  besten  Indexnummern  der  Kaufkraft.

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handen  ist  und  nicht  aufgestellt  werden  kann,  ist  die  Indexnummer  selbst
ein  möglicher  Maßstab  für  langfristige  Kontrakte.  Man  nennt  sie  den
„Tafelmaßstab“,  da  sie  von  einer  Preistafel  abhängt.  Wenn  sich  z.  B.  ein
Mann  1000  Dollar  borgt  zu  einer  Zeit,  da  die  Indexnummer  100  beträgt,
so  kann  er  sich  damit  einverstanden  erklären,  nicht  dieselben  Dollars,
sondern  dieselbe  allgemeine  Kaufkraft  samt  den  Zinsen  zurückzuzahlen.
Wenn  nun  zur  Zeit  der  Rückzahlung  die  Indexnummer  die  Zahl  150  erreicht ­
  hat,  könnte  man  unter  der  Hauptsumme  der  Schuld  1500  Dollar
verstehen,  da  diese  die  geliehene  Kaufkraft  repräsentieren.  Wäre  hingegen
das  Preisniveau  auf  80  gefallen,  so  würde  sich  das  geliehene  Kapital
automatisch  auf  nur  800  Dollar  belaufen.  Beide  Parteien  würden  auf
diese  Weise  gegen  Schwankungen  im  Werte  des  Geldes  geschützt.  Dieselbe
Berichtigung  bezöge  sich  auf  die  Zinszahlungen,  von  welchen  jede  einzelne
der  Indexnummer  gemäß  angepaßt  würde,  die  zur  Zeit  der  Bezahlung  gilt.
Wir  sind  nun  in  der  Lage,  die  Frage  zu  erörtern,  welche  Güter  es  sind,
deren  Preise  bei  einer  Indexnummer  inbegriffen  sein  sollen,  um  den  Zwecken
der  Bemessung  von  Veränderungen  in  Darlehenskontrakten  zu  dienen.
Wenn  alle  Güter  zueinander  dieselben  Preisrelationen  beibehielten,
so  wäre  es  gleichgiltig,  ob  ein  Darlehenskontrakt  in  den  Ausdrücken  der
einen  oder  der  anderen  Indexnummer  lautet,  oder  ob  er  in  Ausdrücken  von
so  und  soviel  Weizen,  Tonnen  Kohle  oder  Pfund  Zucker  abgeschlossen  würde.
Da  die  Preise  aber  nicht  in  ein-  und  demselben,  sondern  in  verschiedenen
Verhältnissen  variieren,  ist  eine  Indexnummer,  die  das  allgemeine  Niveau
der  Preise  bemißt,  notwendig.  Wenn  die  Rückzahlung  in  der  gleichwertigen
Kaufkraft  (plus  Zinsen)  für  eine  bestimmte  Güterart  geleistet  wird,  so  kann
dies  entweder  eine  höhere  oder  geringere  als  gleichwertige  Kaufkraft  für
andere  Arten  von  Gütern  bedeuten.  Je  nach  der  Güterart,  die  der  eine  oder
der  andere  Teil  als  Produzent  herstellt  oder  als  Konsument  zu  verbrauchen
vorzieht,  ist  daher  der  eine  oder  der  andere  der  verlierende  Teil.  Selbst  wenn
jede  vertragschließende  Partei  ausmachen  könnte,  die  Kaufkraft  in  dem
Quantum  der  Güterarten,  die  für  sie  am  meisten  Interesse  haben,  im  gleichen
Werte  zu  dem  was  sie  geliehen  oder  geborgt  hat,  einschließlich  Zinsen  zu
empfangen  oder  zurückzuzahlen,  so  würde  das  spekulative  Element,  das  für
den  einen  Gewinn  und  für  den  anderen  Verlust  bedeutet,  wohl  vermindert,
keineswegs  aber  gänzlich  beseitigt x ).
Nehmen  wir  zum  Beispiel  an,  daß  ein  Darleiher  die  Kaufkraft  über  ein
Quantum  von  Gütern  solcher  Gattung,  die  er  zu  benützen  beabsichtigte,  im

’)  Vgl.  Kinley,  Money,  New  York  (Macmillan),  1904,  S.  267.
            
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