194
XI. Kapitel.
Die einzige Periode, die auf den ersten Blick nicht mit dem Ergebnis
übereinstimmt, das erwartet werden kann, wenn unsere Theorie vom Ein
flüsse des Geldbestandes auf das Preisniveau zutrifft, ist die Periode von
1873 bis 1896. Von den anderen vier Perioden weisen drei eine Preis
steigerung mit zunehmenden Geldbeständen auf. Die vierte ist eine
Periode, während der die Bestände stationär blieben. Da das Handels
volumen zweifellos zunahm, war natürlicherweise ein Fallen der Preise
zu erwarten.
Die Ausnahmeperiode der Jahre 1873 bis 1896, in der ein Sinken der
Preise zu verzeichnen war, ist wahrscheinlich durch die Zunahme im Handels
volumen und die schrittweise Demonetisierung des Silbers in den ver
schiedenen Ländern zu erklären.
Angesichts der Unvollständigkeit des zugrunde liegenden Materials
ist der vorstehende Parallelismus zwischen den Geldbeständen und den Preisen
bemerkenswert 1 ). Es fehlen in der Tabelle nicht nur genaue statistische
Angaben über das Handelsvolumen sowie über die Umlaufsgeschwindig
keit, sondern auch zahlenmäßige Belege über den Bestand an Banknoten,
Staatspapieren und auf Depositen beruhenden Umlaufsmitteln. Bekannt
ist uns jedoch, daß das moderne Bankwesen, das vor der französischen Re
volution überhaupt kaum zu einer Entwicklung gelangt war, sich während
des neunzehnten Jahrhunderts schnell entfaltete. Ebenso wissen wir, daß
sich das Bankwesen und die Depositenumlaufsmittel während der in der
Tabelle verzeichneten dritten Periode (1849—1873) rascher entwickelte,
als in der vierten Periode (1873—1896) 2 ), eine Tatsache, die einigermaßen
zu einer Erklärung des verschiedenen Verlaufes der Preisbewegungen dieser
beiden Zeitabschnitte beiträgt.
§4-
Der Verlauf der Preisbewegungen während des neunzehnten Jahr
hunderts kann demgemäß durch die folgenden auf hoher Wahrscheinlichkeit
beruhenden Darlegungen zusammengefaßt werden:
1776
1,4
1870
3,6
1808
1,9
1876
3,7
1838
..... 1,3
1893
3,7
1850
2,0
1896
4,5
x ) Vgl. Albert Aupetit, Essai sur la theorie genörale de lamonnaie. Paris (Guillaumin),
1901, S. 271—285.
s ) Siehe Mulhall, Dictionary of Statistics, unter „Banks“.