Full text : Die Kaufkraft des Geldes

198

XI.  Kapitel.

Preise  in  Gold-  und  Silberwährungsländern 1 ).

Gold

Silber

1873—1876

100

100

1890—1893

78

117

Es  ist  zu  ersehen,  daß  die  Goldpreise  um  etwas  mehr  als  20  Prozent  gefallen ­
  und  die  Silberpreise  um  etwas  weniger  als  20  Prozent  gestiegen  sind 2 ).
Wenn  es  möglich  gewesen  wäre,  Mittel  zu  ersinnen,  durch  die  die  Goldund
  Silberpreisbewegung  einheitlich  geregelt  worden  wäre,  (z.  B.  durch
einen  die  ganze  Welt  umfassenden  Bimetallismus),  so  wären  die  Preise
in  den  Goldwährungsländern  nicht  in  solchem  Maße  gefallen  und  in  den
Silberwährungsländern  nicht  so  stark  gestiegen  (wenn  es  überhaupt  zu
einem  Steigen  gekommen  wäre!);  höchst  wahrscheinlich  wäre  in  den  Goldländern ­
  nur  ein  unbedeutendes  Fallen  zu  verzeichnen  gewesen  —  aller  Vermutung ­
  nach  um  10  Prozent  bis  zu  den  Jahren  1890—1893  und  etwas  mehr
bis  1896.  Der  Grund  liegt  darin,  daß  die  Bargeldvorräte  in  den  Silberländern
weniger  als  die  Hälfte  der  in  den  Goldländern  vorhandenen  betrug 3 )  (mit
Einschluß  der  Länder,  die  infolge  von  Silberüberflutung  zur  „hinkenden
Goldwährung“  übergegangen  sind),  sodaß,  wenn  ein  gegebenes  Quantum
Silber  vom  Silber-Orient  auf  den  Gold-Okzident  übertragen  worden  wäre,
die  Wirkung  auf  die  orientalischen  Preise  ungefähr  zweimal  so  stark  wie
auf  die  okzidentalen  Preise  gewesen  wäre.
Der  Übergang  Indiens  von  der  Silber-  auf  die  Goldseite  hat  ungefähr
neun  Zehntel 4 )  des  Bargeldvorrates  (Gold-  und  überwertetes  Silber)  in  der
Goldkolonne  gelassen.  Mit  anderen  Worten:  Die  Welt  befindet  sich  nun
tatsächlich  auf  einer  Goldbasis.  Die  Folgewirkung  war,  daß  die  indischen
Preise  sich  statt  in  entgegengesetzter  nunmehr  in  der  gleichen  Richtung  wie
die  europäischen  Preise 5 )  bewegten.
5.  Vom  Jahre  1896  bis  zur  Gegenwart  sind  die  Preise  auf  Grund  der

Q  Irving  Fisher,  „Prices  in  Silver  Countries“,  Yale  Review,  Mai  1897,  S.  79.  Die
Indexnummem  für  die  Goldländer  beruhen  auf  denjenigen  von  Sauerbeck  für  England,
Soetbeer,  Heintz  und  Conrad  für  Deutschland  und  Falkner  (Aldrich  Report)  für  die  Vereinigten ­
  Staaten.  Die  Indexnummern  für  Silberländer  sind  von  Atkinson  für  Indien
und  dem  Bericht  der  obenerwähnten  Japanese  Currency  Commission  entnommen.
2 )  Nebenbei  bemerken  wir,  daß  diese  Abweichung  zwischen  den  beiden  Preisarten
etwas  größer  ist,  als  die  Abweichung  zwischen  dem  Gold  und  Silber  selbst.
3 )  Siehe  Muhleman,  Monetary  Systems  of  the  World,  New  York  (Nicoll),  1897,  S.  177.
*)  Siehe  Muhleman,  Monetary  Systems  of  the  World,  New  York  (Nicoll),  1897,  S.  177.
')  Siehe  J.  B.  Robertson,  „Variations  in  Indian  Price  Levels  since  1861  expressed  in
Index  Numbers“,  Department  of  Commerce  and  Industry  (Government  of  India).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.